Ärzte Zeitung online, 20.05.2008

Kontroverse Debatten ums "Ulmer Papier"

ULM (sto). Mit einer ausgiebigen, zum Teil kontroversen Diskussion über das "Ulmer Papier" hat am Dienstagnachmittag der 111. Deutsche Ärztetag in Ulm seine Beratungen aufgenommen.

Durch die zahllosen Reformen und Kostendämpfungsgesetze der vergangenen Jahre sei das Arzt-Patienten-Verhältnis zunehmend beschädigt worden, erklärte der Präsident der Bundesärztekammer Professor Jörg-Dietrich Hoppe zum Auftakt der Debatte. Die Medizin sei keine exakte Naturwissenschaft, sondern eine praktische Erfahrungswissenschaft, die sich auch wissenschaftlicher Erkenntn isse aus anderen Fachgebieten bediene, erklärte Hoppe. Entscheidungen in der Medizin beruhten daher nicht nur auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auch auf "Haltungen und Wertungen".

Die Therapiefreiheit sei daher für Patienten und Ärzte von großer Bedeutung. Politische Eingriffe und die zunehmende Rationierung bedrohe die Therapiefreiheit. Die Folge, so Hoppe: Der Arzt fühle sich seiner Freiheit beraubt und der Patient zweifele an der Unabhängigkeit seines Arztes.

Das "Ulmer Papier" beinhaltet die Gesundheitspolitischen Leitsätze der Ärzteschaft zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens. Es enthält Aussagen zur Versorgung und Finanzierung. Kritiker warfen den Autoren des 35-seitigen Papiers vor, sich zu sehr an der Vergangenheit zu orientieren. Die Befürworter des Diskussionspapiers erhoffen sich von den Aussagen dagegen, damit die Ärzteschaft in den gesundheitspolitischen Auseinandersetzungen in die "Position eines offensiven Mittelfeldspielers" bringen zu können.

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