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Ärzte Zeitung, 23.05.2008

Ärztetag will Neukonzeption bei der E-Card

Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte soll weiterhin konstruktiv und kritisch begleitet werden

ULM (sto). Mit großer Mehrheit haben sich die 250 Delegierten des 111. Deutschen Ärztetages für eine Neukonzeption des E-Card-Projektes ausgesprochen. Die Elektronische Gesundheitskarte in der bisher vorgelegten Form lehnte der Ärztetag erneut ab.

Die Bundesärztekammer werde die Einführung der Elektronischen Gesundheitskarte (E-Card) weiterhin konstruktiv und kritisch begleiten, erklärte Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses "Telematik" am Ende der mehrstündigen und mit großem Engagement geführten Debatte über ein Positionspapier der Bundesärztekammer zum Einsatz von Telematik im Gesundheitswesen. Die Argumente von Gegnern und Befürwortern der E-Card hielten sich weitgehend die Waage.

Die Telematik-Plattform mit einer Online-Anbindung von mehr als 50 Berufsgruppen im Gesundheitswesen und bis zu zwei Millionen Zugriffsberechtigten müsse konzeptionell weiterentwickelt werden, forderten die Delegierten. Eine Pflicht zur Online-Anbindung sowie die Speicherung von Krankheitsdaten auf zentralen Servern lehnten die Delegierten allerdings ab.

Die Weiterentwicklung des E-Card-Projektes sei im Interesse des Erhalts der ärztlichen Schweigepflicht, einer vertrauensvollen Patienten-Arzt-Beziehung, der informationellen Selbstbestimmung der Bürger und der Funktionsfähigkeit der medizinischen Versorgung notwendig, hieß es.

Für einrichtungs- und sektorenübergreifende Patientenakten bestünden keine allgemein anerkannten und technisch realisierten Konzeptionen, so der Ärztetag. Für die elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen müsse eine sichere Infrastruktur und ein sicherer Rechtsrahmen bestehen.

Für die weitere Mitarbeit der Ärzteschaft in der gematik und an den Tests in den Regionen hat die Bundesärztekammer im Positionspapier eine Reihe von "Prüfsteinen" aufgeführt, die bei der Neukonzeption des E-Card-Projektes erfüllt werden sollen. Dazu gehören unter anderem ein absoluter Schutz medizinischer Daten, die Erprobung von Alternativen zur Datenspeicherung sowie eine umfassende Evaluation vor einer flächendeckenden Einführung der E-Card. Die Entscheidung der Ärzte über die Nutzung der neuen Funktionen der E-Card und die Online-Anbindung soll freiwillig bleiben.

Weitere Prüfsteine: Eine Einführung des elektronischen Rezeptes wird erst dann akzeptiert, wenn damit keine Störungen der Praxisabläufe verbunden sind. Die bisher auf der E-Card vorgesehenen Notfalldaten sollen durch "Klinische Basisinformationen" ersetzt werden. Mit Beginn der Online-Phase soll der elektronische Arztbrief freiwillig allen Ärzten zur Verfügung stehen.

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