Ärzte Zeitung, 26.05.2008

ÄRZTETAG in Kürze

Die PKV soll erhalten bleiben

Die Private Krankenversicherung sollte im Interesse eines langfristig funktionsfähigen und finanzierbaren Gesundheitswesens gestärkt werden, forderte der Ärztetag. Nur wenn es im Gesundheitswesen neben der GKV auch eine private Krankenversicherung gibt, können die Nachteile staatlich gelenkter Gesundheitssysteme mit Wartelisten und grauen Märkten vermieden werden.

Hygiene-Institute in allen Bundesländern

Weil Prävention im Gesundheitswesen immer noch zu kurz kommt, hat sich der Ärztetag dafür ausgesprochen, dass an allen deutschen Universitäten Lehrstühle für Hygiene eingerichtet werden. Darüber hinaus sollen in allen Bundesländern Hygiene-Institute eingerichtet werden. Damit bekämen Prävention und Gesundheitsförderung auch in der ärztlichen Ausbildung wieder einen höheren Stellenwert, so der Ärztetag

Bessere Honorierung von Gesprächen

Für eine ausreichende Honorierung psychosomatischer Gespräche bei gesetzlich versicherten Patienten in der hausärztlichen Praxis und in fachgebundenen psychotherapeutischen Praxen hat sich der Ärztetag ausgesprochen. Die Vergütung von psychosomatischen Gesprächen, die ohnehin zeitgebunden sind, sollte als Einzelleistung außerhalb von Pauschalen erfolgen, forderten die Delegierten.

Kennzeichnung neuer Arzneimittel

Der Ärztetag hat den Gesetzgeber aufgefordert, eine Verpflichtung zur Kennzeichnung von Arzneimitteln einzuführen, die weniger als fünf Jahre auf dem Markt sind. Dadurch wäre für Patienten nachvollziehbar, dass die Sicherheit des entsprechenden Mittels noch nicht abschließend bewertet sei, heißt es in dem Beschluss. Präparate, die neue auf den Markt kommen, hatten bis 2006 nach dem Arzneimittelgesetz eine automatische Verschreibungspflicht von fünf Jahren, bis eine Bewertung der Risiken in der breiten Anwendung bestand.

Weg mit Budgetdeckel im Klinikbereich!

Für eine flächendeckende und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung muss die Krankenhausfinanzierung auf eine zukunftsfähige Grundlage gestellt werden. Das hat der Ärztetag gefordert. 15 Jahre nach Einführung habe sich das System der gedeckelten Budgets überlebt. Der Budgetdeckel muss wegfallen, so die Delegierten in einem Beschluss zur Neugestaltung des Rahmens der Klinikplanung und Finanzierung ab dem Jahr 2009.

Ambulante Ethikberatung

Der Ärztetag hat die Bundesärztekammer und Landeskammern aufgefordert, Maßnahmen für eine ambulante Ethikberatung zu entwickeln. Hausärzte müßten bei ethischen Grenzfällen die Chance haben, zum Beispiel eine Zweitmeinung einzuholen.

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