Ärzte Zeitung, 27.06.2013

Sparen bei Arzneien

Zwangsrabatt oder Bestandsmarkt?

An welchem Sparinstrument im Pharmamarkt hat die nächste Regierung fest? GBA-Chef Hecken schlägt einen überraschenden Deal vor.

Von Anno Fricke

BERLIN. Bestandsmarktaufruf oder Fortdauer von Zwangsrabatt und Preismoratorium. Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, hält es für möglich, dass die kommende Regierung sich zwischen diesen Alternativen entscheidet.

Er habe bewusst den 15. Oktober für den Aufruf der nächsten Gruppe von Wirkstoffen aus dem Bestand gewählt, sagte Hecken am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Gesundheitswirtschaftsdienstleisters Cognomed in Berlin.

"Dann hat der Gesetzgeber noch drei Monate Zeit, sich zu überlegen, will er den Bestandsmarktaufruf, oder will er lieber die bereits bestehenden Instrumente noch für eine bestimmte Zeit fortführen", sagte Hecken.

Der GBA sei bereit dafür, den Bestandsmarkt aufzurufen. Es sei aber die Frage, ob man das mit Blick auf die damit verbundenen Friktionen und möglichen Gerichtsverfahren wolle.

Er habe aus Gesprächen mit den pharmazeutischen Unternehmern den "klaren und eindeutigen Eindruck" gewonnen, dass der Wirtschaft die Planungssicherheit wichtiger sei als der Unsicherheitsfaktor Bestandsmarktaufruf.

Hecken warnte vor den Folgen eines Bestandsmarktaufrufes für die Kassen. Sie müssten unter Umständen für ihre Mitglieder im Ausland Medikamente dann teuer nachkaufen, wenn sich die Unternehmen dafür entschieden, in der Folge einer schlecht ausfallenden Nutzenbewertung den deutschen Markt aufzugeben. Dies könne Ärger mit dem Bundesversicherungsamt auslösen.

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