Ärzte Zeitung, 30.08.2013

Positionspapier

Ärzte-Allianz fordert Leistungsdebatte

BERLIN. Die Allianz Deutscher Ärzteverbände fordert die künftige Bundesregierung auf, sich eines neuen Leistungskatalogs für die gesetzlichen Krankenkassen unter den Bedingungen knapper Ressourcen anzunehmen.

Das geht aus einem Positionspapier der Allianz hervor, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Die Grundversorgung neu zu definieren sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Medizinische, ethische und soziale Gesichtspunkte müssten berücksichtigt werden.

Zwei weitere der insgesamt sieben Forderungen zielen auf Rationierung von Leistungen und Entscheidungsspielräume für Patienten ab. So wollen die Verbände einen sozial angemessenen Selbstbehalt und Einführung des Kostenerstattungsprinzips als Wahloption nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte.

Zudem unterstützen sie die Position der Regierung, die Ausweitung von Festzuschüssen, Festbeträgen und Mehrkostenregelungen analog zur Zahnmedizin zu prüfen und gegebenenfalls einzuführen.

Die Allianz spricht sich gegen die gegenwärtige Deckelung von Hausarztverträgen nach 73b aus. Nötig sei ein geordnetes Nebeneinander von Kollektiv- und Selektivverträgen. Die Koexistenz von privater und gesetzlicher Krankenversicherung müsse als wesentliches Wettbewerbselement fortbestehen. Eine Öffnungsklausel für die PKV lehnen die Ärzte ab.

Die Ärzteverbände sprechen sich für die Bewahrung der Vertrauenskultur zwischen Arzt und Patient aus. Den geplanten Korruptionsparagrafen im SGB V lehnten sie als Systembruch ab.

Zudem fordern die Ärzte die angemessene Honorierung ärztlicher Arbeit in Klinik und Praxis zu festen Preisen. Um den drohenden Ärztemangel abzufedern, sollten Krankenkassen und öffentliche Träger neue Niederlassungen finanziell fördern. (af)

[31.08.2013, 12:15:26]
Peter Friemelt 
Kostenerstattung für Ärzte? Lösung: Übergabe der Kassenzulassung an solidarische Ärzte
Die Verbände wollen einen sozial angemessenen Selbstbehalt und Einführung des Kostenerstattungsprinzips als Wahloption nicht nur für Patienten, sondern auch für Ärzte. Diese Möglichkeit gibt es bereits jetzt. Geben Sie Ihre Kassenzulassung zurück. Aber wer sägt schon gern am Ast, auf dem er/sie sich großteils finanziert?
Solidarische Grüße
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