Ärzte Zeitung, 11.11.2013

Kommentar zur Wartezeit

Nur ein Placebo?

Von Helmut Laschet

Die Reaktion der KBV ist zurückhaltend, die mancher Facharzt-Verbände drastisch ablehnend: Pläne der Koalitionäre zur Einführung einer Vier-Wochen-Frist für Termine beim Facharzt.

Was bei den ersten Reaktionen wohl nicht bedacht und von Jens Spahn, dem gesundheitspolitischen Verhandlungsführer der Union, am Freitagabend nachgeschoben wurde: Die Vier-Wochen-Frist soll nur für den Fall ärztlicher Überweisungen gelten, nicht für die Direktinanspruchnahme von Fachärzten durch Patienten.

Dass nun für die Terminvermittlung von Gesetzes wegen eine eigene Servicestelle bei KVen eingerichtet werden soll, offenbart jedoch das Misstrauen der Politik in Ärzte und ihre Selbstverwaltung.

Ein guter Hausarzt, der seine Koordinationsfunktion ernst nimmt, sollte selbstverständlich Sorge dafür tragen, dass seine Patienten entsprechend der medizinischen Dringlichkeit einen Termin beim Spezialisten erhalten. Wenn nötig, noch am gleichen Tag. Es wäre ein Armutszeugnis, wenn sich hier noch KV-Bürokraten als Terminmakler einschalten müssten.

Andererseits: Eine gesetzliche Fristvorgabe ändert nichts an knappen Kapazitäten bei manchen Spezialisten, etwa bei Rheumatologen oder Schmerztherapeuten. Dort bliebe die Vorschrift ein Placebo.

Lesen Sie dazu auch:
Wartezeiten: Termin-Garantie stößt Fachärzten sauer auf

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