Ärzte Zeitung online, 12.11.2013

Neurologen kritisieren

 Vier-Wochen-Frist für Facharzt-Termin zu kurz

Viele Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen benötigen viel schneller einen Facharzttermin, bemängelt der Spitzenverband ZNS. Union und SPD haben eine Vier-Wochen-Frist vorgeschlagen, sofern der Patient zum Facharzt überwiesen wird.

KÖLN. Der Spitzenverband ZNS hat sich gegen eine pauschale Frist von vier Wochen für die Terminvergabe bei Patienten ausgesprochen, die vom Hausarzt zum Facharzt überwiesen werden. Neurologische und psychiatrische Erkrankungen erforderten häufig eine sehr viel schnellere Abklärung.

"Die undifferenzierte und populistische Forderung nach einem Termin in einer Vier-Wochen-Frist wird der individuellen Patientensituation in keiner Weise gerecht und täuscht über die eigentlichen Probleme der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung hinweg", kritisiert der Verbandsvorsitzende Dr. Frank Bergmann.

Wenn künftig nicht noch weniger Zeit für die Patienten zur Verfügung stehen solle, müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden, etwa bei der Finanzierung.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung hatte das Vorhaben von Union und SPD bereits kritisiert. (iss)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »