Ärzte Zeitung, 10.09.2015

Flüchtlingsversorgung

DRK sieht System unter großem Druck

BERLIN. Der ungebrochene Zuzug von Flüchtlingen setzt das Gesundheitssystem in Deutschland nach Ansicht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) unter massiven Handlungsdruck.

Für Flüchtlinge seien zur Zeit bei Fachärzten für Nervenheilkunde oder Herzerkrankungen kaum Termine zu bekommen, kritisierte DRK-Präsident Rudolf Seiters.

Schätzungsweise seien 30 bis 40 Prozent der Ankömmlinge traumatisiert. Hier gelte es, angemessene Versorgungsstrukturen zu schaffen. Eine gute Gesundheitsversorgung könne ein Schlüssel für eine funktionierende Integration sein.

Gesundheitsstaatssekretär Lutz Stroppe wies darauf hin, dass Bund und Länder zur Zeit darüber verhandelten, wie Ärzte und Pflegepersonal unter den Flüchtlingen schon jetzt in den Aufnahmeeinrichtungen eingesetzt werden könnten.

Zudem solle der Impfstatus der Ankömmlinge bundesweit vereinheitlicht werden, sagte er bei einem Kongress in Berlin. Einrichtungen, die traumatisierte Flüchtlinge behandeln, sollten notfalls eine vereinfachte Zulassung für die GKV bekommen. Auch solle die elektronische Gesundheitskarte endlich bundesweit eingeführt werden. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »