Ärzte Zeitung, 12.02.2016

Kritik am Asylpaket II

Besserer Schutz für Kinder gefordert

BERLIN. Zum besseren Schutz von Flüchtlingskindern fordern der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, und der Zentralrat der Muslime Nachbesserungen am Asylpaket II.

"Flüchtlingskinder brauchen dringend unseren Schutz, auch vor sexualisierter Gewalt", sagte Rörig am Donnerstag.

Die in dem Gesetzespaket vorgesehene Regelung, dass bestimmte Mitarbeiter und Helfer in Asylunterkünften künftig ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen sollen, reiche bei weitem nicht aus. Dies schütze nur vor verurteilten Straftätern, nicht aber vor Ersttätern.

Rörig verlangte unter anderem, klare Standards für Asylunterkünfte festzuschreiben: Das Personal müsse speziell geschult sein, und Kinder und Familien müssten separat untergebracht werden, auch mit eigenen Waschräumen.

Er bedauere sehr, dass solche Vorgaben aus dem Gesetzentwurf wieder verschwunden seien.Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, beklagte, auch die geplante Beschränkung des Familiennachzugs für bestimmte Flüchtlingsgruppen sei der falsche Weg.

Eltern seien ein wichtiger Schutzfaktor für unbegleitete Flüchtlingskinder.Rörig und der Zentralrat starteten außerdem eine Kooperation, um in der muslimischen Community besser über die Gefahren von sexuellem Kindesmissbrauch aufzuklären.

Sie entwickelten unter anderem einen Flyer in mehreren Sprachen, um muslimische Erwachsene für das Thema zu sensibilisieren und über Hilfsangebote zu informieren. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Vielversprechende Fortschritte in der Diagnostik

Morbus Alzheimer lässt sich immer zuverlässiger diagnostizieren und von anderen Krankheiten abgrenzen. Seit Kurzem gewährt die Tau-PET präzisere Einblicke in den Krankheitsverlauf – und verbessert damit die Diagnostik. mehr »

"Wir verstehen den Unmut der Ärzte"

Verärgerung bei Ärzten und KVen: Die Deutsche Telekom kündigt Praxen die Routerverträge - zum 21. Oktober! Doch wie bekommen Ärzte dann ihren sicheren Zugang zum KV-Safenet? mehr »

Die Selbstvermessung des eigenen Ichs

Der Markt an Gesundheits-Apps wächst und wächst - derzeit gibt es 379.000 Anwendungen fürs Smartphone oder Tablet. Die Selbstvermessung kennt keine Grenzen. Was sind die Folgen des Optimierungswahns? mehr »