Ärzte Zeitung online, 11.10.2010

CDU-Führung erwägt Lockerung bei Embryonenschutz

BERLIN (dpa). Im Streit um Gentests an Embryonen will die CDU-Führung nach einem Zeitungsbericht gegen den Willen vieler Konservativer von ihrer strikten Ablehnung abweichen. Das berichtet "Die Welt" (Montagsausgabe).

Konkret geht es um die Präimplantationsdiagnostik (PID), bei der im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor ihrer Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten und möglicherweise auch das Geschlecht untersucht und gegebenenfalls aussortiert werden. Der Koalitionspartner FDP lehnt das von der Union bisher angestrebte Verbot dieser Methode ab.

Die Führung der CDU und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion suche nun gegen den Willen eines Teils der Union einen Kompromiss mit der FDP, schreibt "Die Welt". CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe sagte der Zeitung: "In der Politik tragen wir die Verantwortung nicht nur für stramme Forderungen, sondern auch für das Ergebnis eines politischen Prozesses. Wir müssen also Ziele und Risiken bereits im Vorfeld sehr genau abwägen." Nach Informationen des Blattes sondiert Fraktionschef Volker Kauder (CDU) die Möglichkeit eines Kompromisses. Mit dem Koalitionspartner wolle er Ende dieses Monats darüber sprechen.

CDU-Abgeordnete hätten ihren Fraktionschef hingegen gebeten, eine fraktionsübergreifende Mehrheit gegen die PID suchen zu dürfen, hieß es weiter. Bisher habe Kauder der Bitte nicht entsprochen.

In einem Positionspapier fordere eine Gruppe von FDP-Abgeordneten um die gesundheitspolitische Sprecherin Ulrike Flach die generelle Zulassung der PID "im Falle von genetischen Krankheitsdispositionen".

Eine Neuregelung ist nötig, weil der Bundesgerichtshof das bisherige Verbot gekippt hatte.

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