Donnerstag, 23. Mai 2013
Ärzte Zeitung, 22.08.2012

PID

Sechs Länder gegen Bahrs PID-Verordnung

BERLIN (dpa). Die Umsetzungspläne für die gesetzlich beschlossenen Gentests an Embryos stoßen nach einem Zeitungsbericht in den Bundesländern auf Widerstand. Mindestens sechs lehnen die Rechtsverordnung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) für die Präimplantationsdiagnostik (PID) ab oder fordern erhebliche Nachbesserungen, wie eine Umfrage der Berliner "tageszeitung" bei den 16 Landesministerien ergab.

Dazu zählen Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bremen und Berlin. Bahr braucht aber die Zustimmung der Länder im Bundesrat. Das Kabinett befasst sich dem Bericht zufolge im Herbst mit dem Thema.

Die Kritik richtet sich vor allem gegen Bahrs Plan, weder die Zahl der PID-Zentren zu begrenzen noch die Anzahl der Ethikkommissionen, die den konkreten Gentest genehmigen müssen.

In Baden-Württemberg etwa hieß es dem Bericht zufolge, angesichts der erwarteten Zahl von nur 250 bis 400 Paaren jährlich reiche ein bundesweites Zentrum und eine einzige Ethikkommission, angesiedelt beim Robert-Koch-Institut.2011 hatte der Bundestag nach heftiger Debatte quer durch alle Parteien für die Zulassung der PID gestimmt.

Mit ihrer Hilfe soll vermieden werden, dass bei der künstlichen Befruchtung schwere Erbkrankheiten weitergegeben werden. Die im Reagenzglas erzeugten Embryonen werden deshalb vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf mögliche Gendefekte untersucht.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Adipöse mit schlanken Männern verglichen: Mit 20 fett, mit 50 chronisch krank

Fettleibigkeit in jüngeren Jahren hat fatale Folgen. Das zeigt eine Vergleichsstudie von fetten und schlanken Männern: Jeder zweite 22-Jährige mit Adipositas erkrankt an Diabetes, erleidet einen Infarkt oder stirbt - noch vor seinem 55. Geburtstag. mehr »

Ausländische Ärzte: Deutsche Sprache, schwere Sprache

Sprachtest für Ärzte aus dem Ausland: In Rheinland-Pfalz müssen ausländische Mediziner ihre Deutschkenntnisse prüfen lassen. Die Kammer will damit Patienten und Kollegen schützen. Bilanz nach zehn Monaten: Viele neue Kollegen scheitern am Test. mehr »

Sprechstunde am Telefon: Eidgenossen machen Telemedizin zum Geschäft

Patienten ausschließlich am Telefon betreuen? Was in Deutschland aufgrund der Berufsordnung kaum denkbar ist, ist in der Schweiz seit der Jahrtausendwende ein Geschäftsmodell - mit mittlerweile 250 Angestellten. mehr »