Ärzte Zeitung, 17.01.2013

Kommentar zur PID

Kein Rechtsfrieden in Sicht

Von Florian Staeck

Groß war die Hoffnung am 7. Juli 2011, als der Bundestag einem überparteilichen Gesetzentwurf zur Präimplantationsdiagnostik (PID) zustimmte.

Nun sollte nach langer, intensiver Debatte Rechtsfrieden in dieser komplexen medizinethischen Frage einkehren. Die Hoffnung hat getrogen. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat eine Verordnung vorgelegt, in deren Folge alte Konflikte wieder aufbrechen.

Eigentlich sieht das Gesetz vor, dass die PID verboten wird. Zulässig ist sie nur, wenn aufgrund der genetischen Veranlagung der Eltern eine schwerwiegende Erbkrankheit beim Kind oder eine Tot- oder Fehlgeburt wahrscheinlich ist.

Die BMG-Vorlage nährt den Verdacht, dass versucht werden soll, dieses Regel-Ausnahme-Verhältnis wieder umzudrehen: keine Begrenzung der Zahl von PID-Zentren, laxe Vorgaben für Ethikkommissionen.

Im Bundesrat wächst nun der Widerstand. Am Donnerstag berät der Gesundheitsausschuss der Länderkammer über Anträge, die - wenn sich eine Mehrheit findet - einen Stopp der Verordnung bedeuten könnten.

Eine Rechtsordnung soll materielle Gerechtigkeit und beständige Rechtsentscheidungen garantieren. Beides steht auf dem Spiel. Betroffene Paare und behandelnde Ärzte wären die Dummen.

Lesen Sie dazu auch:
Gentests an Embryonen: Die alten Gräben reißen wieder auf

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »