Ärzte Zeitung online, 04.06.2014

PID-Kommission

Acht Fachleute prüfen PID-Anträge

Das Landeskabinett in Baden-Württemberg bringt einen Staatsvertrag an den Start, an dem sich insgesamt sechs Länder beteiligen wollen. Die zentrale Ethikkommission soll in Stuttgart bei der Landesärztekammer angesiedelt sein.

STUTTGART. Acht Fachleute sollen künftig in einer länderübergreifenden Ethikkommission in Stuttgart über Anträge für eine Präimplantationsdiagnostik (PID) entscheiden.

Vier Sachverständige sollen Mediziner sein (je ein Humangenetiker, Gynäkologe, Pädiater und ärztlicher Psychotherapeut). Hinzu kommen je ein Jurist und ein Ethiker sowie ein Patientenvertreter und ein Mitglied einer Selbsthilfeorganisation von Menschen mit Behinderungen.

Das sieht der Entwurf für einen Staatsvertrag vor, den das baden-württembergische Landeskabinett am Dienstag verabschiedet hat. Geplant ist, dass die Ethikkommission länderübergreifend neben Baden-Württemberg für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen und Thüringen zuständig sein soll.

Die Einrichtung solle als eine unselbstständige Einrichtung bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg in errichtet werden, sagte Helmut Zorell, Sprecher des Landessozialministeriums, auf Anfrage. Die Mitglieder der Kommission würden unabhängig und nicht weisungsgebunden sein.

Nach Zorells Angaben wird die Kommission nicht öffentlich über ihre Spruchpraxis berichten. Vielmehr soll beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Zentralstelle gegründet werden, wo bundesweit die von den PID-Zentren gemeldeten Daten zusammengeführt werden.

Derzeit sei es nicht möglich, "halbwegs verlässliche Angaben" dazu zu machen, wie viele PID-Anträge in der Kommission pro Jahr erwartet werden. Auch die Kosten, die auf die betroffenen Paare zukommen, sind noch nicht geklärt. Eine entsprechende Änderung der Gebührensatzung bei der Landesärztekammer werde dazu gerade vorbereitet, teilte der Sprecher mit. (fst)

[18.07.2014, 09:19:19]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Wenn ich schon das Wort "Ethikkommission" höre
Der Wunsch auf ein gesundes Kind ist ja wohl das natürlichste von der Welt!!!
Die sollten sich mit Abtreibung beschäftigen!
Aus Sicht der betroffenen gut informierten Eltern wäre es zu begrüßen, das diese "Kommission" darauf achtet, dass diese "Zellspezialisten" nicht des guten zuviel tun mit der Folge, dass die Quote der erfolgreichen Implantation deutlich sinkt und die Prozedur endlos (teuer) wiederholt werden muss.
Hier hilft ein Blick in das nahe Ausland. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »