AOK Pro Dialog

Ärzte Zeitung, 02.11.2015

PREFERE

Teilnehmer für Studie gesucht

Wie die vollständige Entfernung der Prostata im Vergleich zu anderen Therapieoptionen abschneidet, soll die PREFERE-Studie klären.

BERLIN. Welche Therapie ist beim lokal begrenzten Prostatakarzinom die beste, welche schadet am wenigsten? Antworten soll die PREFERE-Studie liefern.

Sie vergleicht die vier nach der S3-Leitlinie empfohlenen Therapieoptionen: Radikale Prostatektomie, perkutane Strahlentherapie, Brachytherapie und Active Surveillance.

Die 2013 gestartete Langzeit-Studie soll die bisher offene Frage klären, von welcher Behandlung die Patienten unter Berücksichtigung von Nebenwirkungen und Komplikationen auf lange Sicht am meisten profitieren.

Die Rekrutierung in den knapp 100 beteiligten Studienzentren läuft schleppend; es konnten bisher erst etwa 200 Männer eingeschrieben werden. Viele Patienten, die für die Teilnahme in Frage kommen, werden offenbar noch nicht über die Studie informiert.

Da die Fragestellung der Studie jedoch nach wie vor nicht wissenschaftlich geklärt ist, haben die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen im Sommer entschieden, PREFERE weiter zu fördern.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie und der Berufsverband der Deutschen Urologen rufen Ärzte und Patienten zur Teilnahme auf. Auch Hausärzte, die oft erster Ansprechpartner bei Prostata-Problemen sind, sollten Patienten auf die Studie hinweisen. Teilnehmen können bisher unbehandelte Männer mit einem Prostata-Ca. im frühen Stadium (Gleason Score bis max. 7a).

Studien-Teilnehmer werden in eigens für die Studie zertifizierten Zentren behandelt, es gibt eine Zweitbegutachtung der Gewebeprobe zur Absicherung der Diagnose sowie eine langfristige und strukturierte Nachsorge über 13 Jahre.

Die Patienten können im Rahmen der randomisierten Studie zwei der vier möglichen Behandlungsoptionen "abwählen". (P. Willenborg)

Weitere Infos unter: www.prefere.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »