Ärzte Zeitung, 22.05.2009

Ohne Sonnenschutz sieht die Haut alt aus

Sommer, Sonne - Sonnenschutz. Sonnenmilch, -cremes oder -sprays sind ein Muss für alle, die sich der Sonne aussetzen.

Von Ursula Armstrong

Sonnenbaden - die Konsequenzen sollten nicht auf dem Rücken der Haut ausgetragen werden.

Foto: imago

NEU-ISENBURG. Wichtig für ein gutes Sonnenschutzmittel sind Schutz sowohl vor UVB-, als auch vor UVA-Strahlung und ein hoher Schutzfaktor. UVB-Strahlung löst den Sonnenbrand aus, UVA-Strahlung lässt die Haut vorzeitig altern. Beide sind an der Entstehung von Melanomen beteiligt. Der Lichtschutzfaktor, der auf den Produkten angegeben ist, ist ausschließlich ein Maß für den Schutz vor Sonnenbrand, also vor der UVB-Strahlung. Er zeigt an, um wie viel länger sich ein Mensch in der Sonne aufhalten kann als ungeschützt seinem Hauttyp entsprechend. Faktor 10 bedeutet also, man kann zehnmal länger in der Sonne bleiben.

Um den UVA-Schutz ist es schlechter bestellt. Hier gibt es noch keine Einigung über die sinnvollste Bestimmung. Produkte mit physikalischen Filtersubstanzen, so genannte Mikropigmente, sind vor allem für Kinder besser. Vorteilhaft sind außerdem Präparate, die zusätzlich Feuchtigkeit spenden. Vor allem für Menschen mit empfindlicher Haut werden Präparate empfohlen, die Antioxidantien enthalten.

Das jeweils am besten passende Mittel hängt ab von Hauttyp, Urlaubsort, Überempfindlichkeit und Hautkrankheiten, die durch Licht verursacht werden. Die Mallorca-Akne zum Beispiel entsteht durch das Zusammenwirken der Sonnenstrahlung und einem fetthaltigen Sonnenschutzmittel. Für Menschen, die dazu neigen, sind Sonnenmilch oder -gele besser geeignet.

In Prüfungen der Stiftung Warentest sind Sonnenschutzmittel generell gut weggekommen. Wobei die teuren nicht unbedingt die besseren waren. Auch billige Mittel halten den versprochenen Lichtschutzfaktor ein. Das gilt auch für die meisten Mittel für Kinder. Nur von der Wasserfestigkeit sollte man sich nicht zu viel versprechen, so die Tester.

Sonnenschutzmittel sollten eine halbe Stunde, bevor man in die Sonne geht, aufgetragen werden und auch nicht zu dünn. Empfohlen werden hohe (mindestens Faktor 10) oder gar ultrahohe Schutzfaktoren. Wichtig ist, auch Ohren, Kinn, Lippen sowie wenig oder unbehaarte Kopfhaut einzucremen. Alle zwei Stunden sollte das Mittel neu aufgetragen werden und auch, wenn man aus dem Wasser kommt.

Grundsätzlich gilt, Sonnenschutzmittel sind nur eine Ergänzung zu den anderen Schutzmaßnahmen:

  • Nicht in die Sonne zwischen elf und 15 Uhr!
  • Kleidung plus breitkrempiger Hut ist wichtig - besonders für Kinder! Der Stoff sollte dicht gewebt sein und keine UV-Strahlung durchlassen. Um das zu prüfen, kann man das T-Shirt gegen das Licht halten: Wenn es viel Licht durchlässt, lässt es auch die Strahlung durch.
  • Vorbräunen im Solarium nützt nichts. Dort gibt es nur UVA-Strahlung.
  • Haut sollte langsam an intensive Sonnenstrahlung gewöhnt werden.
  • Kinderhaut ist besonders empfindlich. Säuglinge bis zum 12. Monat sollten direktem Sonnenlicht überhaupt nicht ausgesetzt werden.

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