Ärzte Zeitung, 30.11.2011

Versorgungszentren beklagen "Anti-MVZ-Gesetz"

Versorgungszentren beklagen das "Anti-MVZ-Gesetz"

BERLIN (af/sun). Die geplanten Erleichterungen bei Zweigpraxen begrüßt der Bundesverband der Medizinischen Versorgungszentren (BVMZ).

Vorgaben zur Entfernung und zum Leistungsangebot von Erst- und Zweitpraxis sollen fallen. Neu ist auch, dass nicht gemeinnützige Erbringer nichtärztlicher Dialyseeinrichtungen und Genossenschaften künftig MVZ gründen dürfen.

Dennoch ist das Gesetz für den Verband ein "Anti-MVZ-Gesetz". Hauptgrund seien die Einschränkungen bei der Gründungsberechtigung. Künftig sollen die meisten nichtärztlichen GKV-Leistungserbringer mit Ausnahme der Dialyseanbieter keine MVZ mehr gründen dürfen.

Der BVMZ hatte dagegen ein Gutachten bei dem Rechtswissenschaftler Professor Rupert Scholz in Auftrag gegeben. Der war - wie unabhängig davon auch der Deutsche Anwaltsverein - zu dem Ergebnis gekommen, dass der Passus die vom Grundgesetz garantierte Berufsausübungsfreiheit verletzen würde.

"Für die Trägerschaftseinschränkungen bleibt die Regierung eine belastbare Begründung schuldig", sagte BMVZ-Chef Dr. Bernd Köppl der "Ärzte Zeitung".

Top-Thema Versorgungsgesetz:
Landärztegesetz vor dem Finale
Kompromiss bei Spezialärzten scheint gefunden
Versorgungszentren beklagen "Anti-MVZ-Gesetz"
Jetzt soll Leben in den Kassen-Wettbewerb
Bedarfsplanung wird zum Forschungsobjekt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »