Ärzte Zeitung online, 27.06.2008

GKV-Patienten bei Arztterminen nicht immer benachteiligt

BKK-Umfrage: Bei Akut-Beschwerden nur geringe Unterschiede zu PKV-Patienten

BERLIN (ble). Gesetzlich Versicherte müssen bei akuten Beschwerden kaum länger auf einen Termin warten als Privatpatienten. Ohne akute Probleme sind die Wartezeiten dagegen im Schnitt fast doppelt so lang.

GKV-Patienten warten doppelt so lange auf einen Arzttermin.

Foto: Klaro

Das geht aus einer aktuellen Telefonumfrage des BKK-Bundesverbands hervor. So warteten GKV-Versicherte durchschnittlich 26 Tage auf einen Termin beim Arzt, Privatpatienten nur zwölf, sagte der Verbandschef Wolfgang Schmeinck bei der Vorstellung der Ergebnisse in Berlin.

Kaum einen Unterschied machen die Ärzte indes bei akuten Beschwerden. Etwa 69 Prozent der GKV-Patienten und 62 Prozent der PKV-Versicherten erhielten demnach noch am gleichen Tag einen Termin. Die mittlere Wartezeit betrug dabei für GKV-Patienten 35 Minuten, Privatversicherte kamen sieben Minuten früher dran.

"Was uns erleichtert hat, ist die Tatsache, dass Menschen, die mit akuten Problemen zum Arzt gingen, dort überwiegend auch am gleichen Tag behandelt wurden", so Schmeinck. Bei Versicherten, die trotz Beschwerden nicht am gleichen Tag behandelt wurden, spielt die Krankenversicherung indes offenbar doch eine Rolle: GKV-Mitglieder mit akuten Beschwerden mussten dann im Schnitt acht Tage auf einen Termin warten, Privatpatienten nur drei.

6013 Bürger sind für die Umfrage im Auftrag der BKK befragt worden.

Für die Studie wurden bundesweit 6013 Bürger befragt. Dabei basieren die genannten Zeiten für die Wartezeit in der Praxis auf "gefühlten Werten" der Befragten, so Projektleiterin Bettina Danowski. Zudem wurden nur 101 Privatpatienten befragt, sodass statistische Verzerrungen nicht ausgeschlossen sind, wie der Verband einräumte.

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