Ärzte Zeitung online, 28.10.2008

Barmer legte bei der US-Bank Lehman Brothers an - Einlagen laut BaFin gesichert

WUPPERTAL/BONN (dpa). Die bundesweit größte Ersatzkasse Barmer hat bei der deutschen Tochter der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers 200 Millionen Euro angelegt. Da die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Entschädigungsfall festgestellt hat, greift für alle Anleger die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH.

Die Einlagen der Barmer sind somit gesichert. Die Barmer bestätigte am Dienstag einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung", der über die Anlage bei der deutschen Tochter von der US- Bank Lehman Brothers berichtete. Da die Summe von 200 Millionen Euro durch den Einlagensicherungsfonds voll abgedeckt sei, gebe es keinen Grund zur Panik, sagte Barma-Sprecherin Susanne Uhring.

Zu keiner Zeit habe die Barmer Investitionen mit "spekulativem Charakter" getätigt, betonte die Sprecherin. Bei der "kurzfristigen" Geldanlage bei Lehman seien die Anlagenrichtlinien des Sozialgesetzbuches nicht nur eingehalten, sondern sogar deutlich unterschritten worden. Die fraglichen Anlagen seien noch vor Bekanntwerden der Lehman- Krise zwischen April und Mitte Juli 2008 getätigt worden.

Die BaFin hat am Dienstag für die deutsche Tochter der US-Investmentbank Lehman Brothers den Entschädigungsfall festgestellt und damit die Voraussetzung für die Entschädigung betroffener Anleger geschaffen. Damit liegen die gesetzlichen Voraussetzungen dafür vor, dass die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) greift.

Die Lehman Brothers Bankhaus AG gehört nach Angaben der BaFin nicht nur der EdB an, sie wirkt darüber hinaus auch am Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. mit. Nachdem die BaFin den Entschädigungsfall festgestellt hat, wird der Einlagensicherungsfonds von sich aus die Einleger der Bank im Namen der beiden Sicherungseinrichtungen anschreiben.

Die BaFin musste den Entschädigungsfall feststellen, da die im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz festgeschriebene Sechs-Wochen-Frist nach Verhängung des Moratoriums gegen die Bank abgelaufen ist. Die BaFin hatte das Moratorium anordnen müssen, um die verbliebenen Vermögenswerte zu sichern. Dem Institut droht die Zahlungsunfähigkeit, nachdem mehrere Gesellschaften des Konzerns in den USA Gläubigerschutz beantragt hatten oder in Großbritannien unter Verwaltung gestellt worden waren.

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