Ärzte Zeitung online, 29.10.2008

Gesundheitsministerin Schmidt: Kassen haben Angst vor Transparenz

STUTTGART (dpa). In der Diskussion über den Gesundheitsfonds hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) den Krankenkassen vorgeworfen, die Neuregelung aus Angst vor mehr Transparenz abzulehnen. "In Wahrheit geht es den Kassenmanagern darum: Alles soll intransparent bleiben, man will weiter selbstherrlich die Beiträge anheben können in der Hoffnung, dass die Menschen das nicht merken."

Kein Kassenmanager wolle "öffentlich erklären müssen, warum er mit dem Geld aus dem Fonds nicht auskommt", sagte Schmidt den "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwoch). Deshalb lehnten sie alle die Neuregelung ab.

Strikt wies die Ministerin Forderungen der Kassen nach mehr Geld für das Startjahr 2009 des Gesundheitsfonds ab. Mit 167 Milliarden Euro stünden 11 Milliarden mehr als im laufenden Jahr zur Verfügung. Das Geld reiche.

In den Gesundheitsfonds sollen künftig alle Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung fließen und von dort auf die Krankenkassen verteilt werden. Dazu wird für die Versicherten ein erstmals von der Politik festgelegter einheitlicher Beitragssatz von 15,5 Prozent eingeführt.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte die Bundesregierung erneut auf, den Gesundheitsfonds zu stoppen. DIHK- Präsident Ludwig Georg Braun sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch), angesichts der labilen wirtschaftlichen Situation sei der Fonds genau das falsche Signal. Der geplante Einheitsbeitrag liege höher als die meisten der derzeit gezahlten Sätze. "Das belastet Unternehmen und Arbeitnehmer mit mehreren Milliarden Euro zusätzlich."

Mehr Artikel der "Ärzte Zeitung" zum Beitragsatz und den Meinungen der Kassen und Politiker finden Sie hier

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