Ärzte Zeitung online, 02.12.2008

Krankenkassen nach neun Monaten mit 1,5 Milliarden Euro Defizit

BERLIN (dpa). Die gesetzlichen Krankenkassen haben die ersten neun Monate 2008 mit roten Zahlen abgeschlossen. Das Minus lag bei 1,5 Milliarden Euro. Bis zum Jahresende sei jedoch mit einem ausgeglichenen Finanzergebnis zu rechnen, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag in Berlin mit.

Dazu beitragen dürften erfahrungsgemäß die durch Weihnachtsgeld oder einmalige Zahlungen erhöhten Beitragseinnahmen im vierten Quartal einschließlich der zweiten Rate des Bundeszuschusses von 1,25 Milliarden Euro. Dieses Geld floss den Kassen im November zu.

Von Januar bis Ende September lagen die Kassenausgaben bei 119 Milliarden Euro, die Einnahmen bei 117,5 Milliarden Euro. 2007 waren die Kassen nach neun Monaten mit einem vergleichsweise knappen Plus von 173 Millionen Euro noch in den schwarzen Zahlen gelandet.

Das Ministerium geht davon aus, dass die Kassen am 1. Januar 2009 schuldenfrei in den Gesundheitsfonds starten. Die Voraussetzung dafür sei die erfolgreiche Konsolidierung der Finanzlage auch bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen - mit einem in den ersten neun Monaten fast ausgeglichenen Finanzergebnis. "Im letzten Quartal dürfte sich daraus noch ein deutlicher Überschuss entwickeln, so dass hier die restliche Entschuldung bis Ende 2008 abgeschlossen werden kann", heißt es in der Mitteilung.

Das Beitragsaufkommen stieg bis Ende September im Vergleich zum Vorjahr je Mitglied um 2,8 Prozent. Dennoch blieb der Einnahmezuwachs hinter dem der Ausgaben für die medizinische Versorgung mit plus 4,2 Prozent je Mitglied deutlich zurück.

Überdurchschnittlich mit 5,1 Prozent legten die Ausgaben für Medikamente zu, allerdings zeichnet sich hier durch die Festsetzung weiterer Preisobergrenzen für Arzneimittel eine Abflachung ab. Bei den Ausgaben der Kassen für die Krankenhäuser gab es - nicht zuletzt wegen hoher Tarifsteigerungen im ärztlichen Bereich - ein Plus von 2,6 Prozent je Kassenmitglied.

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