Ärzte Zeitung online, 12.12.2008

Sachsen will Kinderwunsch-Behandlung unterstützen

DRESDEN (dpa). Sachsen will als erstes Bundesland Kinderwunsch- Behandlungen von Ehepaaren finanziell unterstützen. Im am Mittwoch verabschiedeten Landeshaushalt sind dafür 1,1 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. Die sächsische Sozialministerin Christine Clauß (CDU) erläuterte das Vorhaben am Donnerstag im Dresdner Landtag.

Demnach seien die Zuwendungen vor allem für Paare mit geringem Einkommen gedacht. Clauß verwies darauf, dass viele den heute erforderlichen Eigenanteil nicht tragen könnten.

Künstliche Befruchtungen wurden vor 2004 noch komplett vom Staat bezahlt. Seit der Gesundheitsreform tragen Krankenkassen nur noch die Hälfte der Kosten bei drei Versuchen. Eine Behandlung kostet zwischen 3000 und 4000 Euro. Bei drei Anläufen müssen Paare also bis zu 6000 Euro selbst aufbringen. Nur 16 von 100 Frauen werden dabei schwanger. Clauß rechnete vor, dass als Folge der geänderten Finanzierung in Deutschland jährlich rund 6000 Kinder weniger geboren werden. Laut Statistik bliebe in Deutschland jedes siebte Ehepaar kinderlos.

Die sächsischen Fraktionen von Linken, Grünen und Liberalen kritisierten, dass die finanzielle Hilfe nur für Ehepaare gelte.

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