Ärzte Zeitung, 23.12.2008

Die Chroniker-Programme leben im Fonds weiter

Für ihre DMP erhalten die Kassen aus dem Fonds besondere Mittel.

Von Bülent Erdogan

Für 80 Krankheiten erhalten die Kassen künftig Zuschläge aus dem Gesundheitsfonds. Die DMPs sind alle dabei.

Mit dem Gesundheitsfonds beginnt auch für die strukturierten Behandlungsprogramme (Disease Management Programme, DMP) eine neue Zeitrechnung. Alle DMP-Krankheiten lösen künftig Zuschläge aus dem zeitgleich mit dem Gesundheitsfonds startenden morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich aus. Darüber hinaus gibt es für jeden eingeschriebenen Patienten zusätzlich 180 Euro pro Jahr.

Entsprechend optimistisch äußern sich in einer aktuellen Umfrage der "Ärzte Zeitung" große Kassen über die Zukunft der Programme. So wollen Barmer und DAK ihr Angebot bald um ein Modul zur Herzinsuffizienz erweitern. Deutsche BKK und die Techniker Krankenkasse (TK) wollen das Niveau vorerst zumindest halten.

Derzeit haben sich rund fünf Millionen Versicherte in strukturierte Behandlungsprogramme eingeschrieben. Und die Teilnehmerzahlen legen weiter zu. Für jeden Patienten erhalten die Kassen auch heute schon gesondert Finanzmittel aus dem bisherigen Risikostrukturausgleich. Für die Kassen war dies bislang schon ein lohnendes Geschäft, von einem regelrechten kassenweiten "Einschreibewettbewerb" war die Rede. Ihre Versicherten lockten die Kassen dabei mit Prämien oder Zuzahlungsbegrenzungen in die Programme.

Zumindest bei der TK soll mit solchen finanziellen Anreizen für die Patienten 2009 aber Schluss sein. Darüber hinaus will man genau darauf achten, dass die Kosten für bereits laufende Verträge durch die neue Programmpauschale gedeckt werden. Dies betrifft auch die Vergütung der Ärzte für ihre Teilnahme an den DMP. In der Pauschale ist hierfür eine Summe von 125 Euro im Jahr vorgesehen.

Obligatorischer Bestandteil der DMP ist deren Evaluation. Nach einer Studie der Uni Heidelberg im Auftrag der AOK haben Typ-2-Diabetiker, die an einem DMP teilnehmen offenbar eine deutlich längere Lebenserwartung als Patienten in der Regelversorgung.

Lesen Sie dazu auch:
Die Eingeweide des neuen Morbi-RSA

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