Ärzte Zeitung online, 09.01.2009

Neue Großkrankenkasse des Handwerks formiert sich

KÖLN (iss). Durch eine neue Kassenfusion soll der Grundstein für die Schaffung einer Großkasse für das deutsche Handwerk gelegt werden. Nach Informationen der "Ärzte Zeitung" wollen die zuständigen Gremien am heutigen Freitag die Fusion der Vereinigte IKK und der Signal Iduna BKK beschließen.

In einem nächsten Schritt sollen weitere Kassen folgen, vor allen Dingen Innungskrankenkassen.

Treiber des Zusammenschlusses sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks und die Signal Iduna. Der viertgrößte private Krankenversicherer hat seine Wurzeln in der Versicherung des Handwerks. In der Schaffung der neuen Großkasse sehen sowohl das Handwerk als auch der Versicherer offensichtlich eine Möglichkeit, im verschärften Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung die eigenen Interessen zu vertreten.

Die Vereinigte IKK hat mehr als eine Million Versicherte, die BKK Signal Iduna rund 15 000. Nach den Plänen sollen den beiden möglichst viele Innungskassen folgen - zurzeit haben die 14 Innungskrankenkassen bundesweit mehr als fünf Millionen Versicherte. Auch Betriebskrankenkassen, die dem Mittelstand nahestehen, gelten als weitere mögliche Partner. Ein solches Kassenschwergewicht hätte eine gute Verhandlungsposition für Direktverträge, etwa mit Ärzten, Krankenhäusern oder Arzneimittelherstellern.

Im vergangenen Jahr hatte die Kaufmännische Krankenkasse Hannover bereits den Zusammenschluss mit der Allianz BKK beschlossen (wie berichtet). Die neue KKH/Allianz will mit der Allianz PKV eine enge strategische Partnerschaft eingehen.

Mit solchen neuen Kooperationsformen wollen sich sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Versicherer günstige Voraussetzungen schaffen, wenn nach der nächsten Bundestagswahl die Neuordnung des Verhältnisses zwischen PKV und GKV aller Voraussicht nach erneut auf der Tagesordnung stehen wird.

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