Ärzte Zeitung, 15.01.2009

Deutsche gehen im Schnitt 18 mal pro Jahr zum Arzt

Frequenz der Arztbesuche im internationalen Vergleich überdurchschnittlich / 1. Oktober 2007 Rekordtag

BERLIN (af). In Deutschland gehen die Menschen häufiger zum Arzt als irgendwo anders auf der Welt. Rund 18 Mal suchte jeder Einwohner Deutschlands im Jahr 2007 einen Haus- oder Facharzt auf.

Das hat das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (Iseg) in Hannover für den GEK-Report "Ambulant-ärztliche Versorgung 2008" ermittelt. 2004 waren es noch gut 16 Arztkontakte gewesen. Besuche in Zahnarztpraxen und Krankenhäusern sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

Für den Vorstandsvorsitzenden der Gmünder Ersatzkasse, Rolf Ulrich Schlenker, belegt die hohe Zahl von Arztkontakten, dass Deutschland über ein hervorragend organisiertes und dichtes Ärztenetz habe, dass zudem eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung genieße.

Montags gehen die Menschen besonders häufig zum Arzt. Absoluter Spitzenreiter war Montag, der 1. Oktober 2007, als 9,7 Millionen Frauen und Männer eine Haus- oder Facharztpraxis aufsuchten. An normalen Wochentagen behandeln die 137 000 niedergelassenen Ärzte rund 5,2 Millionen Patienten.

Die Hälfte der Menschen in Deutschland hat 2007 die Dienste von vier oder mehr Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen in Anspruch genommen. Diese Entwicklung hält Schlenker für bedenklich: Freie Arztwahl darf nicht zu Ineffizienz führen, sagte er bei der Vorstellung des GEK-Reports gestern in Berlin. Er sprach sich für eine stärkere Lotsenfunktion des Hausarztes und den Ausbau der Hausarztprogramme aus.

Lesen Sie dazu auch:
Verführt der Morbi-RSA zu Manipulationen?

Topics
Schlagworte
Krankenkassen (16128)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »