Ärzte Zeitung, 10.02.2009

Kassen zahlen 4,1 Milliarden Euro für Heilmittel

BERLIN (ble). Die Ausgaben der Krankenkassen für den Heilmittelbereich sind mit 4,1 Milliarden Euro auch 2007 deutlich gestiegen. Spitzenreiter bei den Verordnungen sind dabei die Allgemeinärzte.

Das geht aus dem Heilmittelbericht 2009 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. 2006 hatten die Ausgaben noch 3,8 Milliarden Euro betragen. An den Gesamtausgaben der GKV hatte der Heilmittelbereich einen Anteil von 2,7 Prozent.

Datenbasis des Berichts sind 38 Millionen Leistungen in der Ergo-, Sprach- und Physiotherapie sowie der Podologie mit 254 Millionen einzelnen Behandlungen für die 70,3 Millionen GKV-Versicherten. Im Durchschnitt erhielt jeder Versicherte damit 3,6 Behandlungen.

Pro Versichertem gaben die Kassen rein rechnerisch 57,77 Euro aus, davon 44,33 Euro für die Physiotherapie, 7,93 Euro für die Ergotherapie und 5,51 Euro für die Sprachtherapie. Vier von zehn Verordnungen stellten Allgemeinmediziner aus, Orthopäden rund ein Viertel. Beide Gruppen verordneten zu jeweils 90 Prozent überwiegend physiotherapeutische Leistungen. Rechnerisch kamen auf jeden der über 134 000 Vertragsärzte damit 283 Heilmittelverordnungen.

Im regionalen Vergleich lagen die Sachsen mit 5,4 Heilmittelbehandlungen pro GKV-Versichertem 2007 vorn. Auf den Plätzen folgen Berlin mit 4,8 und Baden-Württemberg mit 4,4 Behandlungen. In den KVen Nordrhein (2,7) und Westfalen-Lippe (2,0) verordneten die Ärzte am seltensten. Den höchsten Bruttoumsatz pro Versichertem verzeichneten Baden-Württemberg mit 72,31 Euro, Berlin mit 69,98 Euro und Sachsen mit 68,09 Euro, Schlusslicht war Westfalen-Lippe mit 38,45 Euro.

Bei den Versicherten der AOK waren die vier häufigsten Einzelindikationen für eine Verordnung: Wirbelsäulenerkrankungen (42,3 Prozent), Erkrankungen der Extremitäten und des Beckens (24,5), des zentralen Nervensystems (11,5) und Lymphabflussstörungen (7,5). Fast 92 Prozent der Behandlungen erfolgten in Praxen. Ambulante Therapien in Kliniken hatten einen Anteil von 3,4 Prozent, der Rest auf weitere Stätten.

Der Bericht im Internet:
http://wido.de/heilmittel_2009.htm

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