Ärzte Zeitung, 20.02.2009

Unternehmen sind noch meist optimistisch

BERLIN (dpa). In der deutschen Wirtschaft bricht trotz der schärfsten Krise seit Jahrzehnten keine Panik aus. In einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) beurteilen knapp 75 Prozent von mehr als 25 000 Unternehmen ihre Lage derzeit als befriedigend oder gut. Die Hälfte rechnet mit konstanten oder besseren Geschäften. Ein Viertel blickt düster in die Zukunft. Einige Wirtschaftsbereiche hätten die Krise bisher recht glimpflich überstanden, etwa Pharmaindustrie und Versicherungsgewerbe. Der DIHK erwartet allerdings nicht, dass die beiden Konjunkturprogramme der Bundesregierung den Absturz der Wirtschaftsleistung stark dämpfen.2009 werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wohl um 3,0 Prozent schrumpfen, teilte der DIHK am Donnerstag in Berlin mit. Die Regierung geht von einem Minus von 2,25 Prozent aus. Laut DIHK könnten im Jahresdurchschnitt rund 300 000 Menschen mehr arbeitslos sein."Die Lage ist ohne Frage ernst", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Erfreulich sei aber, dass sich weder ein radikaler Job-Abbau noch eine breite Kreditklemme im Mittelstand abzeichneten. Rund 70 Prozent der befragten Firmen sagt, dass ihre Kreditkonditionen sich seit Ausbruch der Finanzkrise nicht verschlechtert hätten. Rund 7 Prozent konnten sogar bessere Kreditkonditionen aushandeln."Die Befürchtungen einer sich insgesamt dramatisch verschlechterten Finanzierungssituation sind bislang nicht eingetreten", sagte Wansleben. Jedoch verlangen viele Banken mehr Sicherheiten und höhere Zinsen, weil sie das Platzen von Krediten fürchten. Davon sind aber große Konzerne stärker betroffen als mittelständische Betriebe.

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