Ärzte Zeitung, 13.03.2009

Haltung bewahren - Motto am Tag der Rückengesundheit

Rückenerkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten in Deutschland und verursachen jährlich hohe Kosten

NEU-ISENBURG (chk). 70 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Jahr an Rückenschmerzen. Menschen zwischen 30 und 50 Jahren sind dabei von Rückenleiden am häufigsten betroffen. "Haltung bewahren" lautet deshalb das Motto des Tages der Rückengesundheit am 15. März, der vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. (DGK) organisiert wird.

Das DGK wirbt für eine umfassende Vorbeugung. "Unser Ziel ist es, die Hilfe zur Selbsthilfe zu stärken und über die Möglichkeit der Therapie zu informieren", sagt Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz des DGK. Für Betroffene bedeutet dies aktiv zu werden und Stress abzubauen.

Außer dem persönlichen Leid verursachen Rückenschmerzen auch noch sehr hohe Kosten im deutschen Gesundheitswesen. Schätzungen des DGK zufolge machen die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von Rückschmerzen 25 Milliarden Euro pro Jahr aus. Sie verursachen demnach jährlich 75,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage. Danach wäre jeder zehnte Fehltag auf Rückenerkrankungen zurückzuführen. Die indirekten Kosten durch Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung von jährlich zehn bis 15 Milliarden Euro sind somit sogar höher als die direkten Behandlungskosten, die bei zehn Milliarden Euro pro Jahr liegen.

Voraussichtlich werden die Ausgaben in den kommenden Jahren durch die demografische Entwicklung weiter steigen. Aus Sicht der Techniker Krankenkasse (TK) ist Prävention das Gebot der Stunde. So hat sie beispielsweise das Programm "Fit to Work" für Auszubildende ins Leben gerufen. "Gerade die Azubis, die etwas älter sind, haben erkannt, dass die Übungen richtig sinnvoll sind", berichtet Teilnehmer Patrick Peuker. Zwei Mal pro Woche trainiert er nach einem Kraft- und Dehnübungsprogramm, das auf seinen Arbeitsalltag abgestimmt ist.

Nach vorläufigen Zahlen der TK könnte durch betriebliche Gesundheitsförderung, an der sich auch viele andere Krankenkassen beteiligen, die Rate der Krankmeldungen verringert werden. Allerdings fehlen bislang valide Daten, inwieweit Prävention tatsächlich helfen kann, Behandlungskosten zu senken.

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