Ärzte Zeitung online, 06.04.2009

Kassen: Hausarztverträge kosten Milliarden

BERLIN (dpa). Drei Monate vor der Verpflichtung aller Krankenkassen zu Hausarztprogrammen hat der Ersatzkassenverband vdek vor Mehrkosten von bis zu vier Milliarden Euro gewarnt. "Das ist Geld, das in keinem Haushalt vorgesehen ist und deshalb von den Versicherten zusätzlich aufgebracht werden muss", sagte vdek-Chef Thomas Ballast dem ARD-Magazin "Report Mainz" nach einer Mitteilung vom Montag.

Die Zusatzbelastung käme auf die Beitragszahler jährlich zu, wenn bundesweit Hausärzteverträge wie zwischen der AOK Bayern und dem dortigen Hausärzteverband geschlossen würden, erläuterte vdek-Sprecherin Michaela Gottfried. Der Vertrag in Bayern bringt den Ärzten nach Ansicht des Verbands mehr Honorar für die gleiche Leistung.

Der Abschluss solcher Verträge ist den gesetzlichen Kassen bis zum 30. Juni vorgeschrieben. Der vdek ist unzufrieden mit bisherigen Verhandlungen mit dem Deutschen Hausärzteverband. Es seien Angebote anderer Hausarztorganisationen eingegangen, die derzeit geprüft würden, teilte Gottfried mit. Hausarztverträge sollen Versicherten gegen eine freiwillige stärkere Bindung an ihren Doktor mehr Qualität bringen. Die Ärzte verpflichten sich etwa zu regelmäßiger Fortbildung.

Der Ersatzkassenverband zeigte sich enttäuscht, dass eine Länderinitiative im Bundesrat gegen die Vertragspflicht scheiterte. Der Verband vertritt unter anderem Techniker Krankenkasse, Barmer, DAK und Kaufmännische Krankenkasse.

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