Ärzte Zeitung, 16.04.2009

Kommentar

Radikalreformen?Nein, Danke!

Von Thomas Hommel

Otto von Bismarck, Schöpfer der Krankenversicherung in Deutschland, wäre bei der Lektüre der aktuellen Umfrage der Barmer zur gesetzlichen Krankenversicherung wohl vor Freude in die Luft gesprungen: Auch 126 Jahre nach Einführung stößt dieser wichtige Zweig der Sozialversicherung auf großen Zuspruch. Grundlegende Umbauten am Modell der GKV jedenfalls lehnt die Mehrzahl der Bundesbürger weiterhin kategorisch ab.

Auch die im politischen Raum stehende Forderung, die GKV auf eine Basisversicherung zu reduzieren und den "Rest" privat bezahlen zu lassen, findet bei der Mehrheit der Bundesbürger wenig Zustimmung. Ein klares Signal an all jene, die im Superwahljahr auf einen radikalen Umbau der GKV setzen. Das vermeintliche Zugpferd "Basisschutz" zieht nicht.

Das Gleiche gilt für die von Ärzteverbänden geforderte Direktabrechnung mit dem Patienten als Ausweg aus Honorarmisere und Rationierung. Die Arztpraxis ist in den Augen der Bundesbürger eben doch kein Supermarkt und die Medizin keine Ware wie jede andere. Diese Haltung mag vielen Ärzten nicht schmecken. Akzeptieren müssen sie sie dennoch. Der Patient ist König im Gesundheitswesen - aus seinen Beiträgen wird das Ganze bezahlt.

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