Ärzte Zeitung online, 13.05.2009

Techniker-Krankenkasse gegen höhere Praxisgebühr

HAMBURG (dpa). Der Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, hat Forderungen nach einer höheren Praxisgebühr oder Einschränkungen medizinischer Leistungen zurückgewiesen. "Das sind auch in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht die richtigen Instrumente", sagte Klusen, der die größte Krankenkasse in Deutschland leitet.

Klusen erneuerte gleichzeitig seine Zweifel am Gesundheitsfonds. Dieser biete nicht die Flexibilität, die es den Krankenkassen früher auch ermöglicht habe, Zeiten mit fünf Millionen Arbeitslosen zu überstehen, so Klusen am Mittwoch zur dpa.

Das absehbare Defizit von drei Milliarden Euro in diesem Jahr im Fonds werde zwar aus Steuermitteln ausgeglichen, müsse aber 2011 wieder zurückgezahlt werden. "Es ist unwahrscheinlich, dass die Kassen das können." Drei Milliarden Euro bedeuten nach Klusens Angaben 0,3 Beitragssatzpunkte. Er erwartet, dass im kommenden Jahr die Mehrzahl der Kassen einen Zusatzbeitrag erheben muss.

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Leonhard Hansen, hatte in der "Rheinischen Post" fünf bis zehn Euro Gebühr für jeden Arztbesuch gefordert. Facharztbesuche ohne Überweisung sollten bis zu 25 Euro kosten. Zurzeit beträgt die Praxisgebühr zehn Euro pro Quartal und zehn Euro für Facharztbesuche ohne Überweisung. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hatte vorgeschlagen, eine Rangliste von Krankheiten zu erstellen. Für Klusen sind diese Forderungen nicht nachvollziehbar. "Ich weiß nicht, warum jetzt Ärzte schwere Belastungen für kranke Menschen fordern. Hoppe will die Leistungen auf das Notwendigste reduzieren und Hansen den Patienten das Geld aus der Tasche ziehen." Das sei unsinnig.

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25 Euro? Hansen relativiert Idee zur Praxisgebühr

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