Ärzte Zeitung, 25.06.2009

GKV rechnet 2010 mit Zusatzbeiträgen

Spitzenverband: Kassen stehen unter großem Druck

MOTZEN(hom). Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) dürfte für die Bundesbürger schon bald teurer werden.

Sie rechne damit, dass viele der insgesamt 196 Krankenkassen bereits im kommenden Jahr einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten erheben müssen, sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, vor Journalisten in Motzen bei Berlin.

Wegen der sich verschärfenden Wettbewerbssituation scheuten viele Kassenchefs derzeit noch davor zurück, von einem Zusatzbeitrag zu reden, geschweige denn einen solchen bei ihren Versicherten zu erheben. "Wenn die Ersten damit beginnen, kommt es zum Dammbruch", sagte Pfeiffer. Das werde wohl spätestens 2010 der Fall sein. Nach Angaben des Bundesversicherungsamts werden zwei oder drei kleinere Kassen schon ab Juli einen Zusatzbeitrag erheben müssen.

Die Finanzsituation vieler Kassen sei "sehr eng", sagte Pfeiffer. "Der Druck wird natürlich immer größer werden." Deshalb werde der Fusionsprozess unter den Kassen weitergehen. Erst dann stelle sich die "Existenzfrage". Eine Prognose, wie viele Kassen in wirtschaftliche Schieflage geraten werden, sei schwierig, so Pfeiffer. "Dazu kenne ich die Vermögenssituation der einzelnen Kassen nicht."

Die Gesundheitsreform sieht vor, dass die Kassen ab 2010 pleitegehen können. Um eine Zahlungsunfähigkeit oder Schließung einer Kasse zu vermeiden, sind finanzielle Hilfen untereinander vorgesehen.

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Haushalt 2010 sieht 11,8 Milliarden Euro für GKV vor

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Die GKV am Tropf des Staates

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