Ärzte Zeitung online, 02.07.2009

Schmidt: Krankenkassen haben genug Rücklagen

PASSAU (dpa). Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ist erneut Befürchtungen entgegengetreten, dass die Krankenkassen bald Zusatzbeiträge erheben könnten. "Nach den neuesten Zahlen haben die Krankenkassen 2008 einen Überschuss von sogar 1,4 Milliarden Euro erzielt", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag).

Damit hätten sie fast doppelt so viel eingenommen wie im März angenommen. Seinerzeit waren die Kassen davon ausgegangen, der Überschuss 2008 würde 760 Millionen Euro betragen.

"Damit verfügen die Kassen über Rücklagen näher an fünf als an vier Milliarden Euro, also über einen gut gefüllten Sparstrumpf", betonte die Ministerin und fügte hinzu: "In diesem Jahr werden krisenbedingte Beitragsausfälle durch ein Bundes-Darlehen abgedeckt, welches wahrscheinlich erst Ende 2011 zurückzuzahlen ist." Die Kassen seien noch nie in einer Krise in einer so sicheren Position gewesen.

Schmidt wies auch erneut die Darstellung zurück, dass die Mediziner zu wenig verdienen: "Nein, im Schnitt wird nicht zu wenig verdient. Aber erstens muss das Gesamt-Honorar noch besser verteilt werden. Und zweitens gibt es Teile des Landes, in welchen zu wenige Ärztinnen und Ärzte praktizieren. Da kann aber heute schon klug und mit Zuschlägen gegengesteuert werden."

Lesen Sie dazu auch:
Ulla Schmidt: "Zum ersten Mal führt höherer Behandlungsbedarf zu mehr Geld"

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