Ärzte Zeitung online, 14.07.2009

Gesundheitsexperten fordern fairen Wettbewerb der Kassen

DÜSSELDORF (dpa). Gesundheitsforscher empfehlen gleiche Regeln für private und gesetzliche Krankenversicherungen. Für einen fairen Wettbewerb seien Reformen notwendig, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Gutachten von Gesundheitsexperten der Hochschule Fulda und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Deutschland stelle mit seinem Nebeneinander von privater (PKV) und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) in Europa inzwischen eine Ausnahme dar.

Eine Pflicht zur Mitgliedschaft in der GKV wäre nach Ansicht der Wissenschaftler politisch wenig realistisch. Leichter wäre es, für alle Kassen die gleichen Regeln einzuführen. Der Staat würde in diesem Fall einen Mindestkatalog der von der Standardversicherung abzudeckenden medizinischen Leistungen vorgeben. Den Versicherungsträgern stünde es frei, ihren Mitgliedern weitere, extra zu bezahlende Leistungen anzubieten.

Für dieses Modell wären nach Ansicht der Wissenschaftler grundlegende Korrekturen am Geschäftsmodell der PKV nötig. So sollten Privatversicherte künftig einkommensabhängige Beiträge an den Gesundheitsfonds zahlen. Auch die privaten Versicherungen bekämen Zahlungen für ihre Mitglieder aus dem Fonds. Die privaten Kassen würden gemeinsam mit den gesetzlichen am Risikostrukturausgleich teilnehmen. Das Abrechnungssystem für ärztliche Leistungen müsste vereinheitlicht werden.

www.boeckler.de/119_95672.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »