Ärzte Zeitung online, 21.07.2009

DAK-Chef warnt vor Zusatzbeiträgen für alle

BERLIN (dpa). Warnung vor steigender Beitragslast: Auf die 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten kommen nach Einschätzung der DAK in wenigen Monaten Zusatzbeiträge zu. "2010 gibt es flächendeckend Zusatzbeiträge", sagte DAK-Chef Herbert Rebscher der "Rheinischen Post".

In den vergangenen Wochen hatten bereits der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie der AOK-Bundesverband vor baldigen Zusatzbeiträgen gewarnt. Mit der Techniker Krankenkasse (TK) hatte auch die größte gesetzliche Versicherung entsprechende düstere Prognosen hervorgebracht. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hingegen verwies auf GKV-Überschüsse von 1,4 Milliarden 2008 und 1 Milliarde Euro im ersten Quartal 2009.

Rebscher hingegen meint, die Kassen seien finanziell schlecht ausgestattet. "Da sich die Situation am Arbeitsmarkt im kommenden Jahr deutlich zuspitzt, könnte das System schon 2010 mit bis zu elf Milliarden Euro unterfinanziert sein", sagte er.

Die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands Dr. Doris Pfeiffer hatte gesagt, 2010 müssten viele der derzeit 196 Kassen Zusatzbeiträge von maximal 36,75 Euro pro Monat erheben. Der TK-Chef Norbert Klusen hatte gesagt: "Ich gehe davon aus, dass 2010 die meisten Kassen Zusatzprämien erheben müssen." Der AOK-Bundesverband warnte vor einem Kassen-Defizit von rund 7 Milliarden Euro für 2010 wegen weiterer krisenbedingter Einbrüche bei den Löhnen. Er untermauerte damit Forderungen nach höheren Zuschüssen.

Laut AOK-Szenario müssen die Zusatzbeiträge zulasten der rund 50 Millionen Kassen-Mitglieder im Schnitt 11,6 Euro pro Monat betragen, damit das Defizit ausgeglichen werden kann. Schmidt hatte die Kassen zu Vorschlägen darüber aufgefordert, wie das Geld reichen kann.

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