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Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

Erste Krankenkasse erhebt Zusatzbeitrag

BERLIN (dpa). Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) erhebt als erste Krankenkasse in Deutschland von ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag. Entsprechende Berichte der "Rheinischen Post" und der "Berliner Zeitung" (Mittwoch) wurden am Dienstag in Kassenkreisen bestätigt. Danach sollen die 30 000 Mitglieder der GBK einen Zusatzbeitrag von je acht Euro pro Monat zahlen.

Bei der Krankenkasse und beim zuständigen Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn war am Abend keine Stellungnahme zu erhalten. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwoch) berichtete, müssen die GBK-Mitglieder die Zusatzgebühr von acht Euro rückwirkend zum 1. Juli zahlen. Nach Angaben des GBK-Vorstands Helmut Wasserfuhr ist die Betriebskrankenkasse in den Jahren 2005 und 2006 durch zwei Versichertenfälle in die roten Zahlen geraten.

"Wir hatten gleich zwei seltene Fälle von Bluter-Erkrankungen. In einem Fall handelt es sich um einen 26 Jahre alten Versicherten, im zweiten um ein damals sechs Jahre altes Kind", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch). Für die Medikamente zur Verhinderung der Blutgerinnung habe man rund 14 Millionen Euro aufwenden müssen. "Wir sind durch diese beiden Patienten zu einem Sanierungsfall geworden und hätten eigentlich schließen müssen", sagte Wasserfuhr.

Im Rahmen der Ausgleichszahlungen innerhalb des Betriebskrankenkassen-Systems sei der GBK "zunächst unter die Arme gegriffen worden". Im Juli habe der Sanierungsbeirat dann den Sonderbeitrag beschlossen, "weil wir derzeit nicht in der Lage sind, die Schulden zu begleichen, zumal wir jetzt auch noch 600 000 Euro für die Schweinegrippen-Impfung einstellen müssen".

   Seit Anfang 2008 gibt es in Deutschland einen einheitlichen Beitragssatz für die gesetzlichen Krankenkassen. Die Kassen erhalten je nach Zahl, Alter und Gesundheitszustand ihrer Versicherten Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Kassen, die mit dem Geld nicht auskommen, können einen Zusatzbeitrag erheben.

   BVA-Präsident Josef Hecken hatte kürzlich einem Branchenblatt gesagt: "Mein Eindruck ist, einige Kassen, denen es finanziell nicht so gut geht, versuchen, in diesem Jahr noch ohne Zusatzbeitrag auszukommen." Viele hätten in den vergangenen Jahren Rücklagen aufgebaut, von denen sie zehren könnten. Andere suchten in einer Fusion ihre Rettung. Seit Januar dieses Jahres habe es 22 Kassen-Fusionen gegeben. "Damit ist sicher noch nicht das Ende erreicht. Wir greifen hier aber nicht steuernd ein."

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