Ärzte Zeitung online, 22.10.2009

Techniker Krankenkasse: Jeder 200. erhält riskante Medizinkombination

MAINZ (dpa). Die Techniker Krankenkasse (TK) warnt vor riskanten Medikamenten-Kombinationen: Nach einer Studie im Auftrag der Kasse habe statistisch jeder 200. TK-Versicherte schon zeitgleich Medikamente verschrieben bekommen, deren Kombination ein Gesundheitsrisiko berge, teilte die TK am Mittwoch in Mainz mit.

Nach Angaben der Kasse hatte das Göttinger "Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen" (AQUA) die Arzneimittelverordnungen von knapp 4,5 Millionen Versicherten ausgewertet. Bei rund 22 000 davon sei das Risiko von Wechselwirkungen der Arzneimittel festgestellt worden, die eine Gesundheitsgefährdung für den Patienten darstellten.

Als ein Beispiel nannte der Leiter der TK-Landesvertretungen, Andreas Meusch, die Kombination des Cholesterinsenkers Simvastatin mit dem Antibiotikum Clarithromycin - beides häufig verschriebene Wirkstoffe. Nach Angaben des AQUA-Instituts besteht dabei unter anderem das Risiko, den Herzmuskel zu schädigen.

Meusch appellierte an Ärzte und Apotheker, sich ein umfassendes Bild über alle Arzneimittel zu machen, die ein Patient nimmt, bevor sie zum Rezeptblock greifen oder das Medikament abgeben. "Aber auch der Patient sollte aktiv seinen Arzt oder Apotheker ansprechen, wenn er mehrere Medikamente gleichzeitig nimmt", sagte er laut Mitteilung.

www.tk-online.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »