Ärzte Zeitung online, 28.12.2009

Zusatzversicherungen bleiben bei Kassenpatienten weiter im Trend

KÖLN (iss). Bei Zusatzversicherungen deutet sich nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) eine Marktsättigung an. Nach einer Umfrage des Instituts nimmt die Zahl der gesetzlich Versicherten mit Ergänzungspolicen zwar weiter zu, aber weniger stark als in den vergangenen Jahren. Am häufigsten vertreten sind nach wie vor die Auslandsreisekranken-, Krankenhaustagegeld- und Zahnersatzversicherungen.

Das WIdO hatte im April dieses Jahres 3000 gesetzlich Versicherte ab 18 Jahren vom Marktforschungsinstitut Ipsos befragen lassen. Von ihnen hatten 68,7 Prozent ihren GKV-Schutz ergänzt, verglichen mit 63,9 Prozent 2007 und 49,3 Prozent 2005. Die Befragten mit Zusatzdeckung hatten im Durchschnitt zwei Policen. Je größer das Haushaltseinkommen, desto höher der Durchdringungsgrad und die Zahl der Policen. Bei den Versicherten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 4000 Euro waren 77,8 Prozent zusätzlich versichert und hatten im Schnitt 2,7 Verträge. Bei einem Einkommen unter 1000 Euro waren es 51,9 Prozent mit durchschnittlich 1,1 Verträgen.

"Eine Reduzierung des solidarisch finanzierten GKV-Leistungskataloges auf eine Basisversorgung mit individuellen privaten Wahlmöglichkeiten des zusätzlichen Versicherungsschutzes wird vermutlich zu wachsenden Versorgungsunterschieden führen - je nach Kassenlage der Versicherten", resümiert Klaus Zok vom WIdO.

Die Marktforscher haben die Versicherten gefragt, was sie davon halten, dass gesetzliche Krankenkassen private Zusatzversicherungen anbieten. 37,8 Prozent finden das sehr gut oder gut, 33,5 Prozent eher nicht gut oder überhaupt nicht gut.

45,0 Prozent der Befragten hatten eine Auslandsreisekrankenversicherung, 27,8 Prozent eine Police für Krankenhaustagegeld und 26,5 Prozent für Zahnersatz. Auf geringe Nachfrage stoßen bislang Zusatzangebote zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln (4,8 Prozent), privatärztliche Behandlung (3,7 Prozent), Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen (2,9 Prozent) und Kuren (2,5 Prozent).

Anders sieht das aus, wenn es darum geht, an welchen Policen Versicherte aktuell Interesse hätten. Hier liegen alternative Heilmethoden/Naturheilkunde mit 15,3 Prozent, Zahnersatz mit 15,1 Prozent und Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen mit 14,8 Prozent an der Spitze. Interesse an einer Zusatzpolice für die privatärztliche Behandlung hätten 6,8 Prozent der GKV-Versicherten, die bislang keine haben.

Nach Angaben des WIdO war die Aufgeschlossenheit gegenüber Ergänzungspolicen in der aktuellen Umfrage deutlich niedriger als 2005. "Auffällig ist, dass bei Versicherten, die schon über eine Zusatzversicherung verfügen, das Interesse an weiteren Policen größer ist als bei Personen, die keine Leistungen zusätzlich versichert haben", teilt das Institut mit.

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