Ärzte Zeitung, 30.04.2010
AOK will Kliniken für Patienten gläsern
machen
Krankenhausnavigator richtet sich auch an Einweiser
BERLIN (hom). Deutschlands größter
Krankenkassenverbund, die AOK, will Patienten und einweisenden
Ärzten künftig die Suche nach einer geeigneten Klinik
erleichtern. Am Donnerstag schaltete die Kasse zu diesem Zweck den
"AOK-Krankenhausnavigator" im Internet frei.

Ab Donnerstag gibt es den
"AOK-Krankenhausnavigator" im Netz. © imago / imagebroker
Patienten und Einweiser können zunächst in
vier AOK-Pilotregionen - Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein,
Sachsen-Anhalt und Westfalen-Lippe - per Mausklick recherchieren, wo
eine Klinik bei Hüft- und Kniegelenks-Operationen gute
Behandlungsergebnisse vorweist. Weitere Regionen sollen folgen. Der
Navigator ist eingebettet in das schon bestehende Suchportal "Weisse
Liste".
Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Dr. Herbert Reichelt,
sagte, mehrere Millionen Patienten stünden jedes Jahr vor der
Frage, in welches Krankenhaus sie bei planbaren Operationen gehen
sollen. Die Auswahl sei aber alles andere als leicht. Mit dem Navigator
erhielten Patienten und Einweiser eine "Hilfestellung". Basis der unter
www.weisse-liste.aok-gesundheitsnavi.de
abrufbaren Infos sind die Abrechnungsdaten der rund 24 Millionen
AOK-Versicherten. Ein "zusätzlicher bürokratischer
Aufwand" entstehe also nicht, betonte Reichelt.
Von den Daten profitieren sollen aber nicht nur die Patienten.
Auch die AOK verspricht sich Aufschlüsse davon. "Wir wollen
wissen, wo gut gearbeitet wird und wo es gilt, sich zu verbessern." Nur
Kliniken "mit guter Qualität" seien "letztlich auch
vertragsfähig", sagte Reichelt.
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