Ärzte Zeitung, 05.07.2010

Zusatzbeiträge sollen auch steigen

Für Geringverdiener ist Sozialausgleich geplant

BERLIN (sun/hom). Die schwarz-gelbe Koalition plant neben der Anhebung des GKV-Beitragssatzes auf 15,5 Prozent offenbar auch eine Erhöhung des Zusatzbeitrags. Es gebe aber noch Klärungsbedarf, hieß es am Montag aus Koalitionskreisen.

Auch Zusatzbeiträge sollen weiter steigen

Ob ein GKV-Versicherter zukünftig mit 20 Euro beim Zusatzbeitrag auskommt, ist fraglich - die Bundesregierung plant höhere Beitragsgrenzen.

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Den Plänen der Koalition zufolge soll die Höchstgrenze für den von den Versicherten allein zu stemmenden Zusatzbeitrag von einem Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens auf zwei Prozent verdoppelt werden. Damit würde der maximale Zusatzbeitrag von derzeit 37,50 Euro auf 75 Euro steigen. Aus Koalitionskreisen hieß es, die FDP dränge sogar darauf, den Zusatzbeitrag ganz freizugeben. In diesem Fall könnten die gesetzlichen Krankenkassen die Höhe des Betrags selbst bestimmen.

Für Geringverdiener soll es einen Sozialausgleich geben. Hier habe sich die Koalition einigen können. Zudem solle die Grenze, von der an die Kasse auf Antrag des Mitglieds eine Einkommensprüfung vornehmen muss, von derzeit acht auf zwölf oder 16 Euro erhöht werden. An diesem Dienstag wollen die Koalitionsspitzen zusammen mit Gesundheitsminister Philipp Rösler weitere Details ihrer GKV-Reform erörtern. Ende der Woche sollen erste Eckpunkte vorliegen.

Unterdessen warnte der GKV-Spitzenverband die Koalition davor, beim Betrachten der Einnahmenseite der Krankenkassen die Ausgabenseite zu vernachlässigen.

Lesen Sie dazu auch:
Beitragssätze steigen auf 15,5 Prozent
Kassen vermissen den "großen Wurf" bei der Gesundheitsreform

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