Ärzte Zeitung online, 12.08.2010

AOK-Versicherte in Bremen können Zweitmeinung einholen

BREMEN (cben). Die AOK Bremen/ Bremerhaven bietet ihren Versicherten bei schweren Erkrankungen seit Juni ein Zweitmeinungsverfahren an - "AOK Duo: Die ärztliche Zweitmeinung". Ob Krebs oder Nierenversagen, die Kasse stellt für Patienten kostenlos den Kontakt zu einem medizinischen Experten für das jeweilige Krankheitsbild her.

AOK-Versicherte in Bremen können Zweitmeinung einholen

Zweitmeinung für AOK-Versicherte in Bremen und Bremerhaven: Professor Martin Katschinski vom DIAKO Bremen (rechts) berät den Dialyse-Patienten Peter Faust.

© AOK HB/BHV

Das Angebot bezieht sich auf die Diagnosen angeborene Fehlbildung bei Kindern, schwere Herz-Kreislauferkrankung bei notwendiger Operation, Krebs, Asthma bronchiale bei Kindern und Nierenerkrankung bei notwendiger Dialyse.

"Das Besondere an unserem Angebot im Vergleich zu anderen Zweitmeinungsverfahren ist, dass wirklich ein Gespräch zwischen Patienten, Angehörigen und dem Zweitmeinungsarzt stattfindet und nicht nur die erneute Betrachtung der Unterlagen", erklärt Jörn Hons, Sprecher der AOK Bremen/Bremerhaven.

Der Facharzt soll den Patienten noch einmal die medizinischen Zusammenhänge erläutern, Fragen beantworten und sich Zeit für die Versicherten nehmen. Das gilt auch bei der Erkrankung von Kindern. Patienten und Angehörige sollen so Sicherheit und Vertrauen in die ärztlichen Maßnahmen bekommen. Auf Wunsch des Patienten bespricht der Spezialist die Therapie auch mit dem behandelnden Arzt.

Bei dem Projekt kooperiert die AOK mit Chefärzten, leitenden Oberärzten verschiedener Kliniken sowie mit niedergelassenen Spezialisten in Bremen und Bremerhaven. Die Patienten erhalten über die AOK rasch einen Termin bei dem Experten, in der Regel innerhalb von acht Tagen, heißt es.

In Bremen leben nach Angaben der AOK etwa 20 000 Menschen, die an Krebs erkrankt sind. Hinzu kommen etwa 4000 Neuerkrankungen pro Jahr. Zudem sind in der Hansestadt etwa 600 Menschen auf eine Dialyse angewiesen. Etwa 350 Kinder in der Region kommen pro Jahr mit angeborenen Fehlbildungen auf die Welt.

Dialysepatient Peter Faust, der sich wegen seiner schweren Nierenerkrankung von Professor Martin Katschinski vom Bremer DIAKO Krankenhaus beraten ließ, sagte: "Für mich war es sehr beruhigend, dass ein anderer Arzt noch einmal mit seinen Augen auf meinen Fall geschaut hat. Auch wenn das meine Krankheit nicht heilt - als Patient fühlt man sich schlicht und einfach sicherer."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »