Ärzte Zeitung, 27.08.2010

Wieso diese Therapie? Jeder zweite Patient möchte mehr Infos

Bei Entscheidungen über eine medizinische Behandlung wollen 53 Prozent der Patienten in Bayern vom Arzt "mehr eingebunden" werden, hat eine Umfrage ergeben.

Von Jürgen Stoschek

Wieso diese Therapie? Jeder zweite Patient möchte mehr Infos

Mehr Mitspracherecht bei der Therapie und Information wünschen viele Patienten.

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MÜNCHEN. Jeder zweite Versicherte in Bayern will bei der Behandlungswahl von seinem Arzt stärker beteiligt werden. Das ergibt sich aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse, bei der im Juli in den sieben bayerischen Regierungsbezirken 1004 Erwachsene befragt wurden. Mit der Befragung wollte die TK herausfinden, wie mündig die Patienten in Bayern sind. Von den Befragten erklärte fast ein Drittel, sie seien chronisch krank und würden mehr als fünfmal im Jahr zum Arzt gehen.

Elf Prozent der Befragten teilten mit, dass sie sich im Gespräch mit ihrem Arzt unsicher fühlen. Jeder Sechste findet, dass sein Arzt zu viele Fachbegriffe verwendet. 22 Prozent berichteten, dass sie sich vor einem Arztbesuch nicht genau überlegen, was sie fragen möchten. Jeder Vierte meint, er sei nicht in der Lage sich im Krankheitsfall alle für die eigene Behandlung wichtigen Informationen beschaffen zu können. Ebenso viele können aber auch nicht einschätzen, ob die Informationen, die sie zum Thema Gesundheit bekommen, glaubwürdig sind.

Bayernweit erklärte jeder dritte Befragte, er "nehme die Medikamente nicht immer so ein, wie der Arzt oder Apotheker es empfiehlt". In Oberbayern sind es den Befragungsergebnissen zufolge sogar 47 Prozent, während in Oberfranken und Schwaben sich nach eigenem Bekunden nur etwa jeder Fünfte nicht an die Anweisungen hält.

Das Thema Patientenkompetenz werde noch viel zu sehr unterschätzt, kommentierte der Leiter der TK-Landesvertretung Christian Bredl die Ergebnisse. Patienten hätten nicht nur ein Recht auf Information und Aufklärung. Ebenso bedeutsam sei, dass informierte und kompetente Patienten wesentlich dazu betragen können, Behandlungskosten aufgrund fehlender Therapietreue oder falscher Medikamenteneinnahme zu reduzieren, betonte Bredl.

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