Ärzte Zeitung online, 25.09.2010

GKV-Chefin Pfeiffer beklagt Verschwendung und Überversorgung

GKV-Chefin Pfeiffer beklagt Verschwendung und Überversorgung

Beklagt "teure und unnötige Überversorgung mit niedergelassenen Fachärzten." (Doris Pfeiffer, Chefin des GKV-Spitzenverbandes)

© Müller-Stauffenberg / imago

DÜSSELDORF (eb). Die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, beklagt Verschwendung im Gesundheitssystem.

"In den Krankenhäusern steht jedes fünfte Bett leer", sagte sie der "Rheinischen Post" am Samstag. Zudem gebe es in vielen Regionen eine "teure und unnötige Überversorgung mit niedergelassenen Fachärzten".

Pfeiffer forderte dem Bericht zufolge mehr Wettbewerb zwischen den Krankenhäusern. Außerdem müssten nach ihren Worten die "verkrusteten Strukturen" bei der stationären Versorgung aufgebrochen werden.

Pfeiffer: "Durch eine vernünftige Bedarfsplanung muss endlich organisiert werden, dass neue Ärzte sich nur noch dort niederlassen dürfen, wo sie tatsächlich gebraucht werden."

Ähnliche Probleme sieht auch der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs. Gegenüber der "Rheinischen Post" sagte er, dass es allein in Nordrhein-Westfalen 10 000 Klinikbetten zu viel gebe.

Jacobs sieht dem Blatt zufolge die Gefahr, "dass die Betten mit Patienten belegt werden, selbst wenn es die Diagnose nicht erfordert." Sein Fazit: Es müssten ganze Abteilungen oder gar Kliniken geschlossen werden.

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