Ärzte Zeitung, 26.10.2010

Rösler wirbt für Kommission gegen Ärztemangel

Rösler wirbt für Kommission gegen Ärztemangel

Ärztemangel: Mit mehr Geld lässt sich das Problem nicht lösen.

© imagebroker / imago

BERLIN (hom). Gemeinsam mit Ärzten, Krankenkassen sowie Vertretern der Länder will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) Rezepte gegen den drohenden Ärztemangel erarbeiten. Zu diesem Zweck solle eine Kommission einberufen werden, bei der alle Partner "mit an Bord" seien, schlug Rösler in der ARD vor.

Da das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte derzeit bei 55 Jahren liege, drohten spätestens "in fünf bis zehn Jahren" Engpässe in der Versorgung. Die Politik stehe in der Verantwortung, "sich schon heute um Ärztenachwuchs zu kümmern". Dazu gehöre auch, jungen Ärzten mehr Anreize zu bieten, sich in ländlichen Regionen niederzulassen.

Entscheidend sei dabei nicht der Verdienst. Stattdessen müssten Grundleistungen wie Hausbesuche und persönliches Gespräch besser honoriert werden, so Rösler. Außerdem spiele das "Lebensumfeld" eine große Rolle. Ärztemangel und Bedarfsplanung könnten aber nicht von einer Ebene allein gelöst werden.

"Da müssen wir schnellstmöglich und gemeinsam handeln." CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sagte, "Hauptsorge" der Koalition sei es, dass in ein paar Jahren Ärztenachwuchs fehle. "Es muss attraktiver werden, Arzt zu werden", sagte Spahn der "Ärzte Zeitung".

Unterdessen forderten Vertreter der Länder mehr Mitspracherecht bei der Bedarfsplanung im ambulanten ärztlichen Bereich. Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) schlug in der "Rheinischen Post" vor, Ärzten mit einer finanziellen Unterstützung die Niederlassung auf dem Land schmackhaft zu machen.

Die Chefin des GKV-Spitzenverbandes, Dr. Doris Pfeiffer, meldete dagegen Zweifel an der Behauptung an, Deutschland drohe ein Ärztemangel. "Wir haben ein Verteilungsproblem", sagte sie der "Welt". Mit mehr Geld allein lasse sich das Problem nicht lösen.

[29.10.2010, 14:13:35]
Dr. Thomas Assmann 
Realsatire Berlin oder Haldol für alle!
Ich fasse es nicht,da macht eine kleine Clique von Politikern von CDU/FDP die hausärztlich Versorung in Deutschland platt, und mein dann treuherzig es kann nicht am Geld liegen das keiner mehr Hausarzt in Deutschland werden will. Ja,Ja die Politiker bauen sich Ihr eigen Welt, und wenn es
sein muss werden die Krankheiten per Gestzt verboten damit das Gesundheitssystem "bezahlbar" bleibt.
Wie wär`s mit einem Gesetz gegen Dummheit ??????????? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »