Ärzte Zeitung online, 03.11.2010

Zusatzbeiträge sind bei einigen Kassen auch 2011 nicht vom Tisch

Trotz steigender Beitragseinnahmen durch das GKV-FinG: Die Haushaltsberatungen bei den Krankenkassen machen deutlich, dass einige auch 2011 Zusatzbeiträge erheben werden müssen. Dazu gehört wohl auch die DAK.

Von Rebecca Beerheide

DAK: Zusatzbeiträge auch 2011?

Die DAK-Zentrale in Hamburg: Zusatzbeiträge auch im kommenden Jahr?

© dpa

NEU-ISENBURG. Deutschlands drittgrößte Krankenkasse wird womöglich auch im Jahr 2011 einen Zusatzbeitrag von ihren 4,7 Millionen Mitgliedern erheben. Das berichtete die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung eines nicht näher genannten Insiders.

DAK-Sprecher Jörg Bodanowitz betonte im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" ausdrücklich, dass eine Entscheidung über Zusatzbeiträge für das kommende Jahr noch nicht gefallen sei. "Eine endgültige Haushaltsentscheidung gibt es erst am 15. Dezember in einer Sitzung des Verwaltungsrates", so Bodanowitz.

Allerdings habe es nach bisheriger Einschätzung keine Veränderung bei der Finanzsituation gegeben. Falls die DAK auch für 2011 einen Zusatzbeitrag benötigt, würde die Höhe von derzeit acht Euro bestehen bleiben, so die Prognose von Bodanowitz.

Derzeit warten die Krankenkassen auf Schlusszahlungen aus dem Risikostrukturausgleich für das Jahr 2009, mit Ergebnissen wird Mitte November gerechnet. Der DAK-Sprecher betonte, dass die DAK eine ungünstigere Versichertenstruktur habe als andere Kassen. 27 Prozent der 4,7 Millionen Versicherten seien über 65 Jahre alt, der GKV-Schnitt in dieser Altersklasse betrage aber 21 Prozent.

Auch andere Kassen, die Anfang des Jahres Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern erheben mussten, prüfen derzeit die Finanzsituation für das kommende Jahr. Die KKH-Allianz, die ebenfalls acht Euro von ihren Versicherten einzieht, wird auf einer Verwaltungsratssitzung am 18. Dezember eine Entscheidung treffen, so Sprecherin Daniela Preußner zur "Ärzte Zeitung".

Durch Fusionen konnten einige Kassen einen Zusatzbeitrag wieder abwenden. Seit Oktober benötigt die BKK Westfalen-Lippe, die nun nach einem Zusammenschluss mit der BKK N-Energie und der BKK vor Ort unter dem Namen "BKK vor Ort" firmiert, keinen Zusatzbeitrag mehr.

Mit dem GKV-Finanzierungsgesetz, das kommende Woche abschließend beraten werden soll, wird unter anderem eine Erhöhung der Kassenbeiträge festgelegt. Damit steigen die Beiträge von 14,9 auf 15,5 Prozent. Daher werden viele Kassen zunächst ohne Zusatzbeiträge auskommen.

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