Ärzte Zeitung online, 10.11.2010

DAK-Studie: Krebs macht Deutschen am meisten Angst - Update

HAMBURG (ars). Alles in allem sind die Menschen in Deutschland bei guter Gesundheit. Nach ihren Krankheitsängsten befragt, nennen die meisten Krebs an erster Stelle. Das ergab eine am 10. November veröffentlichte Studie der DAK.

DAK-Studie: Krebs macht Deutschen am meisten Angst - Update

Für 73 Prozent sind Tumoren unter den Krankheiten die Angstquelle Nummer eins, ergab eine Studie des Forsa-Instituts im Auftrag der Krankenkasse DAK. Teilgenommen haben 3015 Männer und Frauen ab 14 Jahren, und zwar in der Zeit zwischen dem 11. und 29. Oktober. Mit einigem Abstand auf Platz Zwei (53 Prozent) folgen Unfälle mit schweren Verletzungen, fast ebenso gefürchtet (52 Prozent) sind Schlaganfälle.

Genau die Hälfte hat Angst vor Alzheimer/Demenz. Nur 45 Prozent dagegen befürchten Herzinfarkte, ganz in Verkennung der Tatsache, dass schwere Herzkrankheiten die häufigste Todesursache sind.

Weiter in der Liste stehen mit Anteilen, die von 36 auf 14 Prozent abnehmen: Bandscheibenvorfall, psychische Erkrankungen, schwere Lungenerkrankungen, Diabetes und Geschlechtskrankheiten.

DAK-Studie: Krebs macht Deutschen am meisten Angst - Update

Viele Menschen fürchten sich vor Krebs.

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Bemerkenswert: Die Krebsangst nimmt mit dem Alter von 81 Prozent (bei 14- bis 29-Jährigen) auf 63 Prozent (60 Jahre und älter) ab, ebenso die Angst vor Unfällen, und zwar von 55 auf 47 Prozent. Die Furcht vor Schlaganfall und Demenz jedoch steigt in diesen Altersgruppen von 36 auf 59 Prozent.

Aufgeschlüsselt nach Bundesländern ergibt sich: Die größte Krebsangst herrscht in Thüringen (83 Prozent), die geringste in Berlin (65 Prozent). Herzinfarkte sind vor allem den Menschen in Sachsen-Anhalt ein Schrecknis (53 Prozent), am wenigsten in Bayern (36 Prozent).

29 Prozent der Umfrage-Teilnehmer bewerten ihren Gesundheitszustand als sehr gut, 56 Prozent als gut. Lediglich 13 Prozent geht es gesundheitlich eher schlecht, 2 Prozent sogar sehr schlecht. Eklatant sind regionale Unterschiede: In Bremen schätzen nur 9 Prozent ihre Gesundheit als eher oder sehr schlecht ein, in Berlin dagegen rund 21 Prozent.

Um Krankheiten vorzubeugen, treiben 80 Prozent der Befragten regelmäßig Sport, 78 Prozent trinken nur wenig Alkohol. 77 Prozent achten auf gesunde Ernährung, 73 Prozent lesen und suchen geistige Herausforderungen, 68 Prozent rauchen nicht, 60 Prozent gehen zu Krebsvorge-Untersuchungen, 44 Prozent nutzen den Gesundheits-Check gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten und 32 Prozent machen Entspannungsübungen. Lediglich 1 Prozent der Teilnehmer gibt an, nichts Besonderes zum Schutz vor Krankheiten zu tun.

Bis auf Sport und Rauchverzicht geben Frauen Präventionsmaßnahmen durchgehend häufiger an als Männer. Ältere Menschen unternehmen präventiv mehr als jüngere. Wer Abitur oder Studium absolviert hat, liest häufiger und sucht mehr geistige Herausforderungen als Befragte mit Hauptschulabschluss. Die wiederum nutzen den eigenen Angaben zufolge den Check gegen Herz-Kreislauferkrankungen besser.

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