Ärzte Zeitung online, 26.11.2010

Vereinigte IKK sauer über Verzögerung beim Hausarztvertrag

KÖLN (iss). Der Vereinigten IKK reicht es. Die Krankenkasse hat Ende 2009 mit dem Deutschen Hausärzteverband einen bundesweiten Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung abgeschlossen, kann ihn in Nordrhein-Westfalen aber nicht umsetzen.

Vereinigte IKK sauer über Verzögerungen beim Start des Hausarztvertrags in NRW

In einem Brief an Gesundheitsminister Philipp Rösler verlangt die Vereinigte IKK jetzt klare Rahmenbedingungen. Bei ihren Versicherten sammelt sie Unterschriften ein.

"Das Bundesgesundheitsministerium muss endlich die Bedingungen dafür schaffen, dass derjenige, der das Gesetz umsetzen möchte, es auch tun kann", sagt Dr. Heinz Giesen, Leiter der Vertragsabteilung der Vereinigten IKK, der "Ärzte Zeitung".

Die hausarztzentrierte Versorgung sei ein wichtiger Bestandteil der Versorgungsstrategie der Vereinigten IKK. Sie bietet ihren Versicherten einen Versorgungswahltarif an, der verschiedene Selektivverträge zusammenführt und den Versicherten Prämien bietet. "Bei der Umsetzung unserer Strategie treten wir jetzt seit einem halben Jahr auf der Stelle", kritisiert er.

In Nordrhein-Westfalen verhindern Bedenken des Datenschutzbeauftragten den Start des Hausarztvertrages. Sie spiegelten die vielen mit den Hausarztverträgen verbundenen Unklarheiten wider, sagt Giesen. "Das Bundesgesundheitsministerium muss hier endlich für Klarheit sorgen."

Der Hausarztvertrag sollte Westfalen-Lippe - der Kernregion der Kasse - zunächst am 1. Oktober anlaufen, dieser Termin wurde verschoben. "Da hat es schon Beschwerden von unseren Versicherten gegeben, die sich eingeschrieben hatten."

Jetzt habe man die Kunden erneut informieren müssen, dass es auch am 1. Januar noch nicht losgehen kann, der Grund aber nicht bei der Vereinigten IKK liege. "Unsere Versicherten haben so langsam kein Verständnis mehr dafür, was da passiert."

In den Kundencentern der Kasse liegen jetzt Unterschriftenlisten aus. "Regional wird es sicher Diskussionen mit Abgeordneten geben", sagt Giesen.

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