Ärzte Zeitung online, 28.12.2010

Barmer GEK kündigt zum Jahresende Hausarztverträge der früheren GEK

KÖLN (iss). Die Barmer GEK hat zum Jahresende die Hausarztverträge der früheren GEK gekündigt. Damit hat die größte deutsche Krankenkasse ab 2011 nur noch in den Regionen einen Vertrag, in denen es eine Schiedsamtsentscheidung zur hausarztzentrierten Versorgung gibt, etwa Baden-Württemberg.

Barmer GEK kündigt zum Jahresende Hausarztverträge der früheren GEK

Die Hausarztverträge der früheren GEK sind zum Jahresende gekündigt.

© dpa

Nach der Fusion von Barmer und GEK zum 1. Januar 2010 hatten die Versicherten, die sich in die regionalen Hausarztverträge der GEK eingeschrieben hatten, zunächst Bestandsschutz - Neueinschreibungen waren ohnehin nicht mehr möglich. Inzwischen habe sich die Sachlage geändert, sagt ein Sprecher der Kasse. "Die Kündigung ist notwendig geworden, weil die Verträge nicht mehr den Voraussetzungen des GKV-Finanzierungsgesetzes entsprechen."

Das heißt im Klartext: Die Verträge sind zu teuer. Denn nach der Gesundheitsreform dürfen die in der hausarztzentrierten Versorgung gezahlten Honorare nicht mehr über denen der Regelversorgung liegen, oder die Differenz muss aus Einsparungen in anderen Bereichen finanziert werden.

Die Kündigung ändere aber nichts an der Tatsache, dass die Barmer GEK nach wie vor ein grundsätzliches Interesse an Hausarztverträgen habe, betont der Sprecher.

[29.12.2010, 16:06:18]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die Quadratur des Kreises - oder - Muss man die BARMER/GEK eigentlich verstehen?
Ein gut organisiertes BEK-Hausarztmodellprojekt noch vor allen Hausarzt zentrierten Versorgungsverträgen (HzV) wurde bei moderatem juristischem Gegenwind und einer halbgaren Verteidigungsstrategie fallen gelassen wie eine heiße Kartoffel. Dann der Schwenk:

"Die Qualität der Versorgung wird völlig ausgeblendet", auch an die Adresse der Hausärzte. "Harsche Kritik übt die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK Birgit Fischer an der geplanten Gesundheitsreform. Bis auf die Versicherten würden alle Akteure aus der Kostenverantwortung entlassen", sagte Fischer im Interview mit der Ärzte Zeitung am 20.7.10.

Nach dieser undifferenzierten Ärzteschelte (gerade wir Haus- und Fachärzte sind KV-bedingt die Vorreiter der Qualitätssicherung) versteckte sich Frau Fischer hinter dem schmalen Rück von Dr. med. Philipp Rösler und boykottierte gemeinsam mit ihm den § 73b SGB V. Damit wurde entgegen allen Ankündigungen die HzV torpediert. Und das so lange, bis sich die Hausarztverträge lt. GKVFinG nicht mehr vom schmalen RLV (Regelleistungsvolumen) der KVen unterscheiden dürfen.

Dann heißt es "im Klartext: Die Verträge sind zu teuer" und werden für die GEK gekündigt. Doch, oh Wunder, habe die "Barmer GEK nach wie vor ein grundsätzliches Interesse an Hausarztverträgen" tönt zugleich ihr Sprecher.

Die Quadratur des Kreises ist dagegen ein Leichtes! Mf+kG T.G.Schätzler
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