Ärzte Zeitung online, 25.01.2011

GKV 2010 in den schwarzen Zahlen

BONN (eb). Die gesetzliche Krankenversicherung wird das vergangene Jahr wohl mit einer schwarzen Zahl unter dem Strich beenden.

Für 2010 gehe der GKV-Schätzerkreis von 173,9 Milliarden Euro Einnahmen (ohne mögliche Zusatzbeiträge) des Gesundheitsfonds aus, teilte das Bundesversicherungsamt am Montagabend in Bonn mit.

Dem stünden erwartete Ausgaben von der Kassen von 172,1 Milliarden Euro entgegen - ein rechnerischer Überschuss von 1,8 Milliarden Euro.

Die Zuweisungen an die Kassen fielen den Angaben zufolge mit 170,3 Milliarden Euro etwas niedriger aus als die geschätzten Ausgaben.

Auch werden die gesetzliche Mindesthöhe der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bereits mit dem Jahresabschluss 2010 erreicht, so das BVA.

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[26.01.2011, 13:23:28]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Die Grundrechenarten gelten auch für Bundesgesundheitsminister!
Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber die hier vorgestellten Berechnungen sind Unsinn: Bei den Einnahmen des GKV-Gesundheitsfonds gehen a l l e GKV-Krankenkassenbeiträge ein. Von diesen Gesamteinnahmen gehen Zuweisungen nach einem Verteilungsschlüssel an die einzelnen Krankenkassen, die dann davon die unterschiedlichen Leistungserbringer und u. a. die KVen bezahlen. Die einzelne KV bezahlt dann uns Ärztinnen und Ärzte nach ihrem Punktwert- und Punktwertverteilungsschlüssel.

Die GKV-Kassen haben aber auch Einnahmen n e b e n dem Gesundheitsfonds. Selbstbeteiligungen der Patienten, Zuzahlungen, Vorauszahlungen zum Erreichen der Belastungsgrenze etc.

Für das laufende Jahr 2011 rechnet der sogenannte Schätzerkreis der GKV inzwischen mit 181,6 Milliarden Euro Einnahmen für den Gesundheitsfonds, rund 500 Millionen Euro mehr als zuletzt geschätzt. Die Zuweisungen an die Krankenkassen liegen bei 178,9 Milliarden Euro. Die Differenz zwischen den Einnahmen und dem Betrag, der an die Kassen überwiesen wird, liegt demnach 2011 bei plus 2,7 Milliarden Euro.

Auch der Jahresabschluss 2010 fällt besser aus als erwartet. Der Schätzerkreis nimmt an, dass die Einnahmen des Gesundheitsfonds mit 173,9 Milliarden Euro um etwa 300 Millionen Euro höher ausgefallen sind als im September 2010 noch eingeschätzt. Aus dem Fonds an die KK zugewiesen werden aber nur 170,3 Milliarden Euro. Somit ergibt sich ein Plus von 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2010. Die GKV-Krankenkassen haben in 2010 tatsächlich 172,1 Milliarden Euro ausgegeben, also 1,8 Milliarden aus eigenen Mitteln finanziert.


„Nach den gesetzlichen Vorgaben für den Gesundheitsfonds führen unerwartete Mehreinnahmen nicht zu höheren Zuweisungen an die Krankenkassen, sondern werden der Liquiditätsreserve zugeführt“, sagt das Bundesversicherungsamt.

Jetzt bleibt nur die Frage, wieso unser Bundesgesundheitsminister und Kollege, Dr. med. Philipp Rösler seit Amtsantritt für 2011 mit einem 11-Milliardendefizit und seit Sommer 2010 mit einem 8-Milliardendefizit hausieren ging, um sein GKV-FinG mit den Stimmen der CDU/CSU/FDP Mehrheit im Deutschen Bundestag durchzupeitschen?

Da denke ich mir doch meinen Teil! Mf+kG Dr. med. T. G, Schätzler, FAfAM DO

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