Freitag, 25. Mai 2012
Ärzte Zeitung online, 04.05.2011

Rückenschmerzen und Haltungsschäden bei Kindern nehmen zu

HAMBURG (eb). Immer mehr Kinder in Deutschland leiden an Rückenschmerzen. Das hat eine Umfrage unter 100 Kinder- und Jugendärzten im Auftrag der DAK ergeben.

Rückenschmerzen und Haltungsschäden bei Kindern nehmen zu

Zu wenig Bewegung und falsche Ernährung verursachen bei immer mehr Kindern Rückenschmerzen.

© Emil Umdorf / imago

Wie die Krankenkasse bekannt gab, erklärten 65 Prozent der Ärzte, dass die Zahl der Jungen und Mädchen mit Rückenschmerzen in den vergangenen zehn Jahren stark (17 Prozent) bzw. etwas (48 Prozent) gestiegen sei.

Besonders häufig seien Kinder im Alter zwischen elf und 14 Jahren betroffen (58 Prozent). Auch Haltungsschäden hätten spürbar zugenommen, so die DAK.

Als Gründe führen die Ärzte laut Krankenkasse "Übergewicht und Bewegungsmangel" des Nachwuchses an.

Auch motorische Defizite deutlich angestiegen

Die gesundheitlichen Probleme durch Übergewicht treten nach Angaben der DAK meist schon früher im Alter zwischen sechs und acht Jahren auf. 95 Prozent der Kinderärzte hätten festgestellt, dass dieses Problem zugenommen habe.

Deutlich angestiegen seien auch die motorischen Defizite, die am häufigsten bei den Drei- bis Fünfjährigen auftreten.

Nach Einschätzung der befragten Kinder- und Jugendärzte gibt es drei große Gefahren für die Gesundheit der Kinder: ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel in der Freizeit und intensive Nutzung von Fernsehen und Computer.

Schuld trügen auch Eltern, die häufig selbst ein schlechtes Vorbild abgeben. Zu wenig oder schlechten Sportunterricht an Schulen gaben 61 Prozent der Ärzte als Ursache an.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

EHEC-Therapie - leicht gemacht?

Mehr als 800 Menschen sind schwer krank und liegen in den Kliniken - das war die Situation vor einem Jahr während der EHEC-Epidemie. Doch was war die richtige Therapie? Jetzt gibt es neue Daten - und Fragezeichen. mehr »

Ärzte, vernetzt Euch!

Vom Deutschen Ärztetag soll ein Aufruf ausgehen für mehr vernetztes Arbeiten von Ärzten. Doch die Botschaft stieß nicht auf einhellige Begeisterung. Denn Kooperationen bergen auch das Risiko neuer Abhängigkeiten für Ärzte, warnten Delegierte. mehr »

Ein Jahr nach EHEC: "Viele Ärzte haben gar nicht gemeldet"

Viel wurden die Behörden während der EHEC-Epidemie gescholten. Doch auch an der Basis, bei den Ärzten, lief nicht alles rund. Im Interview zieht der Chef-Epidemiologe vom Robert Koch-Institut, Professor Gérard Krause, Lehren und spricht über selbst ernannte Experten. mehr »