Ärzte Zeitung online, 17.05.2011

IKK-Fusion könnte Zusatzbeitrag verhindern

KÖLN (iss). Die Vereinigte IKK könnte doch noch an der Erhebung eines Zusatzbeitrags vorbeikommen. Der Verwaltungsrat der IKK Classic hat am Dienstag einer Fusion der beiden Kassen zugestimmt.

Kommt sie zustande, kann die Vereinigte IKK auf den bereits angekündigten Zusatzbeitrag verzichten. Auch die sonst notwendige einmalige Finanzhilfe aus dem IKK-System würde nach Einschätzung der Beteiligten überflüssig.

Die Vereinigte IKK hatte Ende 2010 ein Defizit, auch für das laufende Jahr droht ein Minus. Noch am Freitag hatte der Verwaltungsrat der Kasse rückwirkend zum 1. April einen Zusatzbeitrag von acht Euro beschlossen - als letzten Ausweg. Verhandlungen über eine andere Lösung liefen aber parallel weiter.

Sie scheinen jetzt von Erfolg gekrönt. Noch Ende März hatte sich der Verwaltungsrat der wirtschaftlich gesunderen IKK Classic gegen eine Fusion ausgesprochen. Die angekündigte Schließung der City BKK und das unwürdige Gerangel um die Aufnahme ihrer Versicherten durch andere Kassen haben aber offensichtlich zu einem Umdenken geführt.

Die Erosion der City BKK belastet die anderen Betriebskrankenkassen finanziell und beschert dem gesamten System einen großen Imageschaden. Ein ähnliches Desaster wollen die Innungskrankenkassen offenbar vermeiden.

"Unser Ziel ist ein Lösungsansatz, mit dem alle Probleme der Vereinigten IKK vom Tisch sind", sagte der Vorstandsvorsitzende der IKK Classic Gerd Ludwig der "Ärzte Zeitung". "Unter Abwägung aller Möglichkeiten ist die Fusion der sinnvollste Weg", sagte er. Die IKK Classic stehe in der Frage auch in Kontakt mit den anderen Innungskrankenkassen und dem Bundesversicherungsamt.

Voraussetzung sei jetzt, dass die Vereinigte IKK dem Fusionsangebot und den daran geknüpften Bedingungen zustimmt, so Ludwig. Dazu hat sie aber wohl keine Alternative. Das Bundesversicherungsamt drängt auf eine rasche Lösung.

Der Vorstandschef der Vereinigten IKK Werner Terlohr hat ohnehin auf eine Fusion im IKK-Lager hingearbeitet. Er begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsrats der IKK Classic. "Die Fusion ist die einzig richtige Lösung." Langfristig sei das IKK-System sehr gut aufgestellt.

Die Vereinigte IKK hat 1,7 Millionen Versicherte, die IKK Classic 1,9 Millionen. Eine Fusion der beiden könnte zum 1. Oktober wirksam werden.

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